Die Skeptiker

Aus Parocktikum Wiki
(Weitergeleitet von Mamacry.L)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Punkband aus Berlin, 1986 bis 2000, Re-Union 2006.

Frontmann, Texter und einzige durchgehende Konstante Eugen Balanskat orientierte sich in seinem gesanglichen und text-inhaltlichem Habitus an Jello Biafra, nicht zuletzt auch zusammen mit dem High Speed Punkrock der ersten Besetzung galt die Band darum als die Dead Kennedys der DDR. Deren gecoverter Hit "Holiday in Cambodia" war eine feste Institution bei frühen Skeptiker-Konzerten, bei einem besonders legendären Auftritt 1988 auf der Insel der Jugend in Berlin z.B. dargeboten mit dem britischen Punk-Gastsänger Attila the Stockbroker. Aufgrund eines Fördervertrags mit der FDJ war die Band aber in der Punk/Alternativ-Szene der DDR nicht unumstritten. Bereits im Februar 1989 waren sie so auch die erste ostdeutsche Punkformation mit einem komplett eigenen, beim Staats-Label Amiga veröffentlichten Tonträger ("Quartett EP"). Am 4. April 1990, gleichzeitig VÖ-Monat des Debüt-Albums, stieg Gitarrist Christoph Buntrock überraschend aus der Band aus, einen Tag später folgte ihm der Rest der Originalbesetzung. Andreas Kupsch spielte 1990 kurzzeitig bei der Hennigsdorfer Zusamm-Rottung, 1992 war er zusammen mit Marcel Hofer an einem Album unter dem Namen Pink Parsons beteiligt. Hofer wechselte danach zu Big Savod & the Deep Manko und gründete später die Sub Dub Micromachine. Andreas Kupsch arbeitet seit 2011 mit dem Darkwave-Songwriter Rebentisch zusammen. Christoph Buntrock spielte in den 1990ern bei Iron Henning und ist heute Gitarrist und Chef der "psychedelicpunkbluesband" Mamacry.L.
Der einzige verbliebene Skeptiker Eugen suchte und fand 1990/91 rasch neue Musiker und arbeitete unter gleichem Namen weiter, der Gitarrist Lars Rudel wurde neben ihm zur langjährigen zweiten "skeptischen" Konstante. Das Engagement vom Punk-Urgestein Günther Spalda, der mit Rosa Extra und Hard Pop im Prenzlauer Berg Ost-Musikgeschichte geschrieben hatte, war hingegen eine echte Überraschung, beschränkte sich aber auf die Produktion des zweiten Albums "Sauerei". Danach gab es weitere kleine Umbesetzungen, für das Schlagzeug wurden mit Uli Kusch und Andy Laaf erfahrene "Mugger" aus dem Metal-Bereich verpflichtet. Rudel (ab 1995 parallel), Laaf (ab 1998 ganz) und Christoph Zimmermann (ab 1998 als Tourmusiker bis zum tragischen Tod 1999) spielten bis 2001 bei den Blind Passengers. Die letzten wichtigen Neuzugänge waren Tom Schwoll und Henning Menke von der ehemaligen West-Berliner Metal/HC-Band Jingo de Lunch, mit denen 1998 das vorerst letzte Album "Wehr dich!" entstand. 2000 lösten sich Die Skeptiker vorübergehend auf.
Während der Skeptiker-"Pause" verwirklichte Balanskat sein Soloprojekt Roter Mohn, später Rotorfon mit Schlagern der 20er, 30er und 40er Jahre im "Punkgewand". Nicki Gogow trommelte ab 2003 bei Knorkator und wurde 2009 wieder Tour-Schlagzeuger bei den Skeptikern.
2006 erfolgte zum 20jährigen Band-Jubiläum die Re-Union der Skeptiker in der Besetzung Balanskat / Rudel / Schwoll / Kahle / Laaf, mit gefeierten Auftritten u.a. in Dresden, Cottbus, Rostock. Im Sommer 2007 gab es Auftritte auf einigen Festivals wie dem "Force Attack". Außerdem wurde an Neuaufnahmen der Klassiker der Band gearbeitet, welche dann im November 2007 unter dem Titel "Dada in Berlin" erschienen. Passend dazu fand im November/Dezember 2007 auch eine weitere Tournee statt. Nach einer Live-DVD 2008 von einem Konzert 2006 erschien im Oktober 2009 neue Studioalbum "Fressen und Moral". Außerdem gingen Die Skeptiker im Herbst 2008 und im Herbst 2009 wieder auf Tour...

Die Band im Netz: www.dieskeptiker.com | Wikipedia

Besetzung

  • Eugen Balanskat - voc
  • Christoph Buntrock - g, voc (bis 1990)
  • Andreas Kupsch - g, voc (bis 1990)
  • Lars Rudel - g, voc (1991 bis 2016, ex- Inflagranti, New Colour)
  • Jan Fretwurst - g, voc (1991 bis 1995)
  • Tom Schwoll - g, voc (1998 bis 2000, wieder ab 2006, ex- Jingo De Lunch)
  • Dominic Glöckner - g (seit 2017)
  • Andreas Welfle - bg, voc (bis 1990)
  • Matthias Kahle - bg, voc (1991 bis 1993, 2006 bis 2008, 2009/10)
  • Christoph Zimmermann - bg (1994 bis 1997, ex- Hard Pop, Fat Sheik, Die Firma, Feeling B)
  • Henning Menke - bg (1998 bis 2000, ex- Jingo De Lunch)
  • Kiki Kabel (= Christopher Zabel) - bg (2008/09, 2010 bis 2017)
  • Jacob Thauer - bg (seit 2018)
  • Marcel Hofer - dr, voc (bis 1990)
  • Günther Spalda - dr (1991, ex- Hard Pop)
  • Uli Kusch - dr (1992 bis 1993)
  • Andy Laaf - dr (1994 bis 1997, 2006 bis 2008)
  • Nicki Gogow - dr (1998, 2009/10, ex- Deadly Toys, Aschenbach, Boon, Schwarz)
  • Lars Thomas - dr (1999/2000, später auch bei Rotorfon)
  • Wieland Wehr - dr (seit 2011)

Musik

  • 1988: O.T. (Tape)
  • 1989: Schreie (Tape)
  • 1989: Quartett EP: Unmut / Jajaja / Pierre & Luce / Dada in Berlin (7"EP, Amiga 556196)
  • 1989: Egal, auf: "Parocktikum" (LP Compilation, Amiga 856409)
  • 1989: Dada in Berlin, auf: "Das Album - Rockbilanz 89" (DLP Compilation, Amiga 856474/75)
  • 1989: Jajaja, auf: "Like an Explosion" (Tape Compilation, Schafstalltapes)
  • 1989: Besinnung, auf: "NDR Hörfest / Ruhr-Rock '89" (CD Compilation, EBS 8905)
  • 1990: Harte Zeiten (LP, Amiga 856513 | LP/CD, TRL 80262 | Re-Issue LP/CD, Zong 07/0170 022))
  • 1990: Dada in Berlin, auf: "Grenzfälle" (LP/CD Compilation, Zong 27/2170 025)
  • 1990: Strahlende Zukunft, auf: "Systemausfall" (LP Compilation, Peking Records / SPV)
  • 1990: Komm tanzen, auf: "Neues Deutschland" (LP/CD Compilation, A.M. Records SNAKE 21/22)
  • 1991: Allein / 1933 / Du stehst vor mir / Jajaja / Holiday in Cambodia, auf: "3 x Berlin 88" (Tape Compilation, Aggressive Punk Tapes FUCK 06)
  • 1991: Sauerei (LP/CD, Our Choice / RTD 195.1177.1/2)
  • 1992: Sauerei, auf: "Gegen Nazis" (LP/CD Compilation, Rough Trade Deutschland)
  • 1992: Straßenkampf, auf: "Schlachtrufe BRD II" (LP/CD Compilation, A.M. Records SNAKE 38/39)
  • 1992: Der Rufer in der Wüste schweigt, auf: "Hallo 13" (CD Compilation, Vielklang)
  • 1992: Komm tanzen, auf: "Partisanen" (LP/CD Compilation, Day-Glo 21 / Rough Trade)
  • 1993: Schwarze Boten (LP/CD, Our Choice / RTD 195.1378.1/2)
  • 1993: Schwarze Boten, auf: "SOS Deutschland - Stop Rassismus! Stop Faschismus!" (CD Compilation, Rough Trade Deutschland)
  • 1994: Live (LP/CD, Our Choice / RTD 195.1730.1/2)
  • 1994: Berlin, auf: "Aus deutschen Kellern I" (Tape Compilation, Müll Tapes No.02)
  • 1995: Stahlvogelkrieger (LP/CD, Our Choice / RTD 195.3010.1/2)
  • 1995: Total TV / Immer wenn du denkst / Höllenleben / Verrat / Schieß doch (12"EP, Our Choice / RTD 195.3068.0)
  • 1996: Frühe Werke (CD Compilation, Rebel Rec. / SPV)
  • 1996: Besinnung, auf: "Aus deutschen Kellern III" (Tape Compilation, Müll Tapes No.10)
  • 199?: Da Da in Berlin, auf: "Kunst & Beton - Musik aus Berlin" (Tape Compilation, Heimat Kassetten HK 22)
  • 1998: Wehr dich!, auf: "Die Punk Un-Correctness EP" (7"EP/MCD, Amöbenklang AKEP 22)
  • 1998: Wehr dich! (LP/CD, Rausch Records 0.03 / Dröönland)
  • 1999: Wehr dich!, auf: "Vorwärts und nicht vergessen! 2" (CD Compilation, Day-Glo 70)
  • 1999: Deutschland halt's Maul, auf: "Pop 2000 - 50 Jahre Popmusik & Jugendkultur in Deutschland" (8-CD-Box Compilation, Grönland)
  • 199?: Wehr dich!, auf: "Der Hanfsampler Vol.1" (CD Compilation, African Dance Records ADR 008-2)
  • 2002: Dada in Berlin, auf: "Führer Ex (Original Soundtrack)" (CD Compilation, Subway Records)
  • 2007: Glaub an dich, auf: "Skandal und Krawall" (CD Compilation, KFZ Records 004)
  • 2007: DaDa in Berlin (LP/CD Compilation, Rozbomb Records)
  • 2009: Fressen und Moral (LP/CD, Rozbomb Records)
  • 2010: Wochenendgewalt, auf: "Aggropunk Vol.1" (CD Compilation, Aggressive Punk Produktionen AGP 001)
  • 2013: Aufsteh'n (LP/CD, Destiny Records 155)
  • 2016: Kein Weg zu weit / Der König rief (7", Wannsee Records)
  • 2018: Kein Weg zu weit (LP/CD, Destiny Records 177)

mehr Samplerbeiträge hier
Mamacry.L

  • 2015: Another one gone, auf: "Lottum Live 2009 - 2015" (CD Compilation, Radiopiloten CD001)