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New Music Seminar - NMI/Messitsch 4/1992

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''Diesen Text habe ich im Juli 1992 nach einem Besuch des New Music Seminars in New York geschrieben. In NMI/Messitsch ist eine gekürzte Fassung erchienen. Das hier ist der komplette Text, aufglockert mit ein par paar Fotos, die ich damals vor Ort gemacht habe. Lutz Schramm''
'''Was Batman mit einem Cop Killer zu tun hat, wieso Bill Clinton Sister Souljah eine Rassistin nennt und was John Trudell dazu meint, warum eine Gerichtsverhandlung auch einen gewissen Showwert besitzen kann, wieso 30% relativ viel von relativ wenig sind, weshalb eine Posaune einen Abend retten kann, wofür man zwei Stunden in einem Pulk von Japanern und schwarzen Hip Hop Fans rumhängen kann, weshalb der Name Fritz doch auch mal witzig sein darf und wieso ein Schulbus die eigentlich neue Musik auch nicht tragen kann, hat [[Lutz Schramm]] aufgeschrieben, denn er war im Big Apple und hat sich umgesehen und -gehört.'''
Was nun den Rock'n'Roll angeht, ließ das Angebot doch einiges zu wünschen übrig. Ich habe es ja schon vorsichtig angedeutet. Die wenigen Kapellen, die nach Kramers Rezept verfahren und das ganze Spektakel nicht so ernst nehmen mußte man mit der Lupe suchen. Dabei waren die Ohrstöpsel hilfreich, die man als registrierter Seminar-Besucher erhielt. Mich hats gleich am ersten Abend auf dem falschen Ohr erwischt, als ich im CBGB's ein paar ganz besonders grauenvolle Provinzbands erleben durfte.
Mal gerade drei bemerkenswerte Gigs kann ich im Nachhinein aufzählen. Der genialste war der das Set der Lillies aus Washington, D.C., eine Band mit Posaune, Gitarre, Bass und Drums und einem Sänger, der fünf Jahre zu spät und dann genau aus England zu kommen schien. Jedenfalls klang er mehr nach Morrisey, als nach Lemmy und in dem Getöse, das die Band fabrizierte, machte sich das wie eine Lilie in einem Steinbruch aus...oder so.
Nur Steinbruch bieten Green Magnet School. Die Band stammt aus Seattle und ist dann auch noch auf Sub Pop, wird aber mit ziemlicher Sicherheit noch nicht im nächsten Jahr bei Geffen unterschreiben. Die mit drei Gitarristen startende Band spielte in einem Club in der Mitte von Manhatten, der erstaunlich leer war, wenn man bedenkt, daß eigentlich alle gespannt sein müßten, was die Nirvana-Entdecker noch so entdecken können. Aber genau das ist es ja, was mich so angeödet hat, in diesen Seminar-Tagen: Alle krampfen nach irgendwelchen Erfolgsstrategien...R&R macht keinen Spaß mehr, oder doch viel zu wenig.
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