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New Music Seminar - NMI/Messitsch 4/1992

3.177 Byte entfernt, 16:54, 29. Aug. 2011
Ice T is in the house
Nun, jeder merkt, daß hier nicht nur amerikanische Probleme behandelt werden. Es ist immer wieder auffällig, daß man sich beim New Music Seminar doch ein ums andere Jahr die Zeit nimmt, um diese Musik/Politischen Verquickungen zu beleuchten. Nur, daß eben nicht jedes Jahr Wahlkampf ist.
== Ice T is in the house ==  Allemal spannender als dasI see, was man in den Clubs geboten bekommt ist das schon. Ich hatte jedenfalls ganz heftig den Eindruck, daß die Sache mit dem Rock'n'Roll langsam am Einpennen ist. Die aufregenden Sachen kommen von den Schwarzen, die in ihren Ghetto-Burgen noch die Straßenkultur pflegen. Die Riten, die das begleiten sind beachtenswert. Da war zum Beispiel das Muse, ein Club im tiefen Westen von Manhattan, in einer Gegend die nachts doch eher unwirtlich wirkt. Eine halbe Stunde vor dem angekündigten Start des Abends dräuen sich ca 50 Leute, in der Überzahl Schwarze vor dem Schrotthaufen neben dem Club. Nach und nach kommen eine Menge Japaner, denn die ziemlich verrückten Vibrastone, eine schrille Tokioter Hip Hop Band, die das Playback-Verfahren bevorzugt, soll hier auch spielen. Vorher ist noch eine Raggamuffin Band aus Marseille angekündigt: Messila Sound System. Allerdings waren keine Franzosen im Publikum, soweit ich das erkennen konnte.  Jedenfalls war auch knapp 2 Stunden nach(!) dem versprochenen Beginn kein Einlaß möglich. Derweil hatten sich nochmal 200 Leute eingefunden. Die vertrieben sich die Zeit mit Rumschubsen und Sprüche klopfen. Hin und wieder fuhr eine Staatskarosse vor...also keine Cop-Wanne, sondern diese langen Straßenkreuzer, aus denen sich dann ein kleiner Pulk wichtiger Leute wälzte, der aber am Ende nie wichtig genug war, um rein zu kommen. Aber gut Ding will Weile haben: nach einer guten Zeit vor der Tür ('s war ja nicht kalt), konnte man drinnen den guten Sound und das uncoole Kellerambiente genießen.  Diese Japaner sind wirklich göttlich. Ob sie als Parodie meinen, was 100%ig als Parodie rüberkommt, weiß ich nicht. Jedenfalls kann man ganz nett ablachen, bei dieser Variante zappligen HipHops. Das Messila Sound System pflegt sehr ruffen Ragamuffin. In einem speziellen Mittelmeer-Patois toasten die drei Südfranzosen, daß es eine Freude ist. Das hat wohl auch die Hardcore-Gemeinde vor Ort überzeugt. Und doch ging beim Auftritt von Willy Oneblood, einem jungen Jamaicaner die Post nochmal so kräftig ab. Dann feierte man den Winner der "DJ Battle for World Supremacy", die am gleichen Nachmittag im legendären Ritz stattgefunden hatte. Alle waren zwar überrascht und begeistert von Japans DJ Honda, aber die akrobatischen Künste von Mixmaster Mike aus San Francisco überzeugten dann alle Beteiligten komplett. Ellenbogen und Füße waren seine spektakulärsten Hilfsmittel beim Scratchen. Der Preis gehörte ihm. Dafür klopften ihm die prominenten Herren noch kräftig auf die Schulter. Denn nach ihm kamen sie reihenweise.  Als der MC des Abends sein "Ice-T is in I spupose that would have to be the house" schmetterte, waren die Kids nicht mehr zu haltencase. Die junge Hoffnung aus South Central trat an die Rampe und war umringt von seinen älteren Kollegegn: Red Alert, Chuck Chill Out, Africa Bambaata... Die Hymne der Old/New-School-Verbrüderung wurde angestimmt und die Glückseeligkeit kannte keine Grenzen. Es war schon beeindruckend.  <flickr>2641395301|thumb|center|Ice T, im "Muse", Sommer 1992<br/>Foto &copy; Lutz Schramm</flickr> <flickr>2778594802|thumb|center|Vibrastone aus Japan<br/>Foto &copy; Lutz Schramm</flickr>
== don't need no bullshit ==
Anonymer Benutzer

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