Hartmut Productions: Unterschied zwischen den Versionen

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Label für Eigenproduktionen der Leipziger Band '''[[Die Art]]''', später auch Mailorder, 1988 bis ca. 1993.
 
Label für Eigenproduktionen der Leipziger Band '''[[Die Art]]''', später auch Mailorder, 1988 bis ca. 1993.
  
Als "Label" wurde ''Hartmut'' erstmals 1988 für das zweite selbstproduzierte und -vertriebene Tape ''"Just another Hit - Live"'' verwendet. Namensgebung und das selbstironische (weil damals de facto nutzlose) Spiel mit der Label-Idee waren typisch für den zuweilen skurrilen Humor der Band und speziell ihres Sängers und Label-Betreibers [[Holger "Makarios" Oley]], seinen Climax erreichte dieser Running Gag 1989 mit dem kurzlebigen '''Die Art'''-Nebenprojekt '''[[The Hartmuts]]'''. Der ungeheure Erfolg des nachfolgenden Hartmut-Produkts (Tape ''"Dry"'' 1989) verhalf dem Name jedoch zu erheblicher, auch überregionaler Bekanntheit und legte dessen fortgesetzte Verwendung nahe. Allerdings konnten die seit 1990 möglichen offiziellen Tonträgerproduktionen nicht von der Band in Eigenregie realisiert werden, sondern im Rahmen mehrerer, teils sehr kurzlebiger Schallplattenverträge (zuerst ''[[Peking Records]]'', dann auf dem ''[[Amiga]]''-Nachfolger ''[[Z / Zong Records]]'', später ''DSB'', ab 1994 ''Our Choice / Rough Trade'').  
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Als "Label" wurde ''Hartmut'' erstmals 1988 für das zweite selbstproduzierte und -vertriebene Tape ''"Just another Hit - Live"'' verwendet. Namensgebung und das selbstironische (weil damals de facto nutzlose) Spiel mit der Label-Idee waren typisch für den zuweilen skurrilen Humor der Band und speziell ihres Sängers und Label-Betreibers [[Holger "Makarios" Oley]], seinen Climax erreichte dieser Running Gag 1989 mit dem kurzlebigen '''Die Art'''-Nebenprojekt '''[[The Hartmuts]]'''. Der ungeheure Erfolg des nachfolgenden Hartmut-Produkts (Tape ''"Dry"'' 1989) verhalf dem Name jedoch zu erheblicher, auch überregionaler Bekanntheit und legte dessen fortgesetzte Verwendung nahe. Allerdings konnten die seit 1990 möglichen offiziellen Tonträgerproduktionen nicht von der Band in Eigenregie realisiert werden, sondern im Rahmen mehrerer, teils sehr kurzlebiger Schallplattenverträge (zuerst ''[[Peking Records]]'', dann auf dem ''[[Amiga]]''-Nachfolger ''[[Z / Zong Records]]'', später ''DSB'', ab 1994 ''Our Choice / Rough Trade''). Erst 2000 entstand mit ''[[UpArt]]'' / ''[[Brachialpop]]'' wieder ein bandeigenes Label.
  
 
''Hartmut Productions'' existierte ab 1990 weiter als Vertriebsplattform für '''Die Art''' Tapes der Jahre 1987 bis 1989, später auch für Kassetten befreundeter (z.B. [[Die anderen]], [[Elektro Artist]], [[AG Geige]], [[Die 3 von der Tankstelle]]) und neuer Bands (z.B. [[Scandalous Smile]], [[Believe In Falter]], [[Psychohygiene]], [[The Calyx Of Rose]]), sowie für sporadisch außerhalb ihres eigenen Plattenvertrages hergestellte Tonträger und Merchandisingprodukte wie T-Shirts, einen Video-Mitschnitt des Konzertes in Warschau 1992 und einen Gedichtband von Holger Oley & Thomas Weber. Von Februar 1992 bis September 1993 wurde der Mailorder-Katalog als Bestandteil des Leipziger Fanzines '''URGH!''' (Ausgabe 3 bis 6) verteilt. In dieser Zeit erreichte der Katalogumfang an vertriebenen Artikeln sowohl seinen Höhepunkt wie auch seine anschließende radikale Reduktion, da das Interesse an den unabhängig hergestellten Tonträgern in diesem Zeitraum stark nachließ und somit der Aufwand für den Mailorder-Versand für die Beteiligten zeitlich und wirtschaftlich nicht mehr effektiv zu bewältigen war.
 
''Hartmut Productions'' existierte ab 1990 weiter als Vertriebsplattform für '''Die Art''' Tapes der Jahre 1987 bis 1989, später auch für Kassetten befreundeter (z.B. [[Die anderen]], [[Elektro Artist]], [[AG Geige]], [[Die 3 von der Tankstelle]]) und neuer Bands (z.B. [[Scandalous Smile]], [[Believe In Falter]], [[Psychohygiene]], [[The Calyx Of Rose]]), sowie für sporadisch außerhalb ihres eigenen Plattenvertrages hergestellte Tonträger und Merchandisingprodukte wie T-Shirts, einen Video-Mitschnitt des Konzertes in Warschau 1992 und einen Gedichtband von Holger Oley & Thomas Weber. Von Februar 1992 bis September 1993 wurde der Mailorder-Katalog als Bestandteil des Leipziger Fanzines '''URGH!''' (Ausgabe 3 bis 6) verteilt. In dieser Zeit erreichte der Katalogumfang an vertriebenen Artikeln sowohl seinen Höhepunkt wie auch seine anschließende radikale Reduktion, da das Interesse an den unabhängig hergestellten Tonträgern in diesem Zeitraum stark nachließ und somit der Aufwand für den Mailorder-Versand für die Beteiligten zeitlich und wirtschaftlich nicht mehr effektiv zu bewältigen war.
  
Neben den vier Original-Tapes von Die Art (das erste, ''"Would you mind us looking for?"'' von 1987, wurde erst 1990 "nachträglich" zum Hartmut-Produkt erklärt) gab es bis 1993 noch vier weitere "echte" Hartmut-Tonträger. Die in der ''NMI'' vom September 1990 erwähnte Hartmut-Diskographie inklusive Tapes von befreundeten Gruppen (z.B. [[Wartburgs für Walter]] als HP005) war entweder ein für die Zeitungsmacher erfundener Insider-Joke oder eine nur kurzlebige Label-Idee. Die Nummer 006 für die ''"Trance EP"'' von 1993 bezog sich vermutlich auf die fünf zuvor veröffentlichten Tapes.
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Neben den vier Original-Tapes von Die Art (das erste, ''"Would you mind us looking for?"'' von 1987, wurde erst 1990 "nachträglich" zum Hartmut-Produkt erklärt) gab es bis 1993 noch vier weitere "echte" Hartmut-Tonträger. Das Tape ''"Live im HdjT - Labelparty Z"'' enthält Live-Aufnahmen von eben jenem Event am 25.September 1990 und wurde, wohl vor allem wegen deren "Bad Quality" in nur 25 numerierten Exemplaren hergestellt. Überlieferte Kopien sind gleichzeitig Bootlegs aus dem Hause ''[[Graffity Records]]'', ob es sich also um ein offizielles ''Hartmut Product'' handelt ist dahin gestellt, zumindest das Cover-Artwork stammt aber von Holger Oley. <br>Dagegen war die in der ''NMI'' vom September 1990 erwähnte Hartmut-Diskographie inklusive Tapes von befreundeten Gruppen (z.B. [[Wartburgs für Walter]] als HP005) entweder ein für die Zeitungsmacher erfundener Insider-Joke oder eine nur kurzlebige Label-Idee. Die Nummer CD 006 für die ''"Trance EP"'' von 1993 bezog sich darum höchstvermutlich auf die fünf zuvor veröffentlichten Tapes.
  
 
Die für Fans erstellten CD Re-Issues der legendären MC's ''"Dry"'' (1999) und ''"Would you mind ..."'' (2008) trugen schließlich aufs Neue stilecht und historisch korrekt das Label der ''Hartmut Productions''.
 
Die für Fans erstellten CD Re-Issues der legendären MC's ''"Dry"'' (1999) und ''"Would you mind ..."'' (2008) trugen schließlich aufs Neue stilecht und historisch korrekt das Label der ''Hartmut Productions''.

Version vom 12. August 2017, 22:19 Uhr

Label für Eigenproduktionen der Leipziger Band Die Art, später auch Mailorder, 1988 bis ca. 1993.

Als "Label" wurde Hartmut erstmals 1988 für das zweite selbstproduzierte und -vertriebene Tape "Just another Hit - Live" verwendet. Namensgebung und das selbstironische (weil damals de facto nutzlose) Spiel mit der Label-Idee waren typisch für den zuweilen skurrilen Humor der Band und speziell ihres Sängers und Label-Betreibers Holger "Makarios" Oley, seinen Climax erreichte dieser Running Gag 1989 mit dem kurzlebigen Die Art-Nebenprojekt The Hartmuts. Der ungeheure Erfolg des nachfolgenden Hartmut-Produkts (Tape "Dry" 1989) verhalf dem Name jedoch zu erheblicher, auch überregionaler Bekanntheit und legte dessen fortgesetzte Verwendung nahe. Allerdings konnten die seit 1990 möglichen offiziellen Tonträgerproduktionen nicht von der Band in Eigenregie realisiert werden, sondern im Rahmen mehrerer, teils sehr kurzlebiger Schallplattenverträge (zuerst Peking Records, dann auf dem Amiga-Nachfolger Z / Zong Records, später DSB, ab 1994 Our Choice / Rough Trade). Erst 2000 entstand mit UpArt / Brachialpop wieder ein bandeigenes Label.

Hartmut Productions existierte ab 1990 weiter als Vertriebsplattform für Die Art Tapes der Jahre 1987 bis 1989, später auch für Kassetten befreundeter (z.B. Die anderen, Elektro Artist, AG Geige, Die 3 von der Tankstelle) und neuer Bands (z.B. Scandalous Smile, Believe In Falter, Psychohygiene, The Calyx Of Rose), sowie für sporadisch außerhalb ihres eigenen Plattenvertrages hergestellte Tonträger und Merchandisingprodukte wie T-Shirts, einen Video-Mitschnitt des Konzertes in Warschau 1992 und einen Gedichtband von Holger Oley & Thomas Weber. Von Februar 1992 bis September 1993 wurde der Mailorder-Katalog als Bestandteil des Leipziger Fanzines URGH! (Ausgabe 3 bis 6) verteilt. In dieser Zeit erreichte der Katalogumfang an vertriebenen Artikeln sowohl seinen Höhepunkt wie auch seine anschließende radikale Reduktion, da das Interesse an den unabhängig hergestellten Tonträgern in diesem Zeitraum stark nachließ und somit der Aufwand für den Mailorder-Versand für die Beteiligten zeitlich und wirtschaftlich nicht mehr effektiv zu bewältigen war.

Neben den vier Original-Tapes von Die Art (das erste, "Would you mind us looking for?" von 1987, wurde erst 1990 "nachträglich" zum Hartmut-Produkt erklärt) gab es bis 1993 noch vier weitere "echte" Hartmut-Tonträger. Das Tape "Live im HdjT - Labelparty Z" enthält Live-Aufnahmen von eben jenem Event am 25.September 1990 und wurde, wohl vor allem wegen deren "Bad Quality" in nur 25 numerierten Exemplaren hergestellt. Überlieferte Kopien sind gleichzeitig Bootlegs aus dem Hause Graffity Records, ob es sich also um ein offizielles Hartmut Product handelt ist dahin gestellt, zumindest das Cover-Artwork stammt aber von Holger Oley.
Dagegen war die in der NMI vom September 1990 erwähnte Hartmut-Diskographie inklusive Tapes von befreundeten Gruppen (z.B. Wartburgs für Walter als HP005) entweder ein für die Zeitungsmacher erfundener Insider-Joke oder eine nur kurzlebige Label-Idee. Die Nummer CD 006 für die "Trance EP" von 1993 bezog sich darum höchstvermutlich auf die fünf zuvor veröffentlichten Tapes.

Die für Fans erstellten CD Re-Issues der legendären MC's "Dry" (1999) und "Would you mind ..." (2008) trugen schließlich aufs Neue stilecht und historisch korrekt das Label der Hartmut Productions.

Diskografie & weitere Produkte:

  • 1987: Die Art - Would you mind us looking for? (Tape)
  • 1988: Die Art - Just another hit - live (Tape)
  • 1989: Die Art - Dry (Tape)
  • 1989: Die Art - Just another hit again (Tape)
  • 1990: Die Art - Live im HdjT - Labelparty Z (Tape)
  • 1991: Die Art - The Wellknown & the Unknown (Demos + Live 1991, Tape)
  • 1991: Holger Oley & Thomas Weber - Zwei Produkte (Gedichtband, Hartmut Productions mit Mirabellas Bataillone / P.N.G.)
  • 1992: Die Art - Warsaw - Live Juni 1992 (VHS Video 50 Minuten / 10 Tracks Live "Gold" Tour + Promo-Clip "Black Dust")
  • 1993: Die Art - Trance EP (3"MCD in Pappcover, hergestellt als Eintrittskarte für das Record-Release-Konzert des Albums "Gift" am 5.5.1993 im Haus Leipzig, Hartmut Productions mit DSB CD 006-HP)
  • 1993: The Hartmuts - Live im Reginapalast (rec. 1989, Tape)
  • 1993: Die Zucht - Das letzte Konzert (rec. 1985, Tape)

Quelle: NMI Nr. 8/1990