III. Leipziger Rockfestival: Unterschied zwischen den Versionen

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Durchwachsene dritte Auflage des [[Leipziger Rockfestival]] ... vom Umfang her abgespeckt (offensichtlich wurde nicht wie im Jahr zuvor und in den Jahren danach ein Open Air Nachmittag integriert) und konzeptionell unausgegoren: die Konzertreihe "Neue Gruppen stellen sich vor" als "Test-Podium" hatte im Planungszeitraum nur vier Mal stattgefunden (zum Vergleich: beim "[[IG Rock Festival]]" konnte auf Bands aus neun derartigen Veranstaltungen zurück gegriffen werden), hier konnten sich zumindest die Bands '''Exzerpt''', '''Squealer''', '''Merlin-Blues''' und die frischfröhlichen Leutzscher Punks von '''[[Zorn]]''' als Teilnehmer qualifizieren. '''[[Sandberg]]''' gehörten mit ihrem bereits zweiten und '''[[Neu Rot]]''' dem gar dritten (beim ersten Mal noch als '''EgaCell''') Festival-Einsatz schon zu "bewährten Kräften", während das gerade aus dem Untergrund durchstartende lokale PostPunk-Zugpferd '''[[Die Art]]''' offiziell nach Berlin abgewandert und dementsprechend entweder nicht verfügbar oder sogar teilweise ungelitten war. Möglicherweise war dieser Connection aber wenigstens die Gast-Verpflichtung der Ostberliner '''[[Michele Baresi]]''' und '''[[Elektro Artist]]''' zu verdanken. Letztere hatten am 15. April jenes Jahres im "Eiskeller" zusammen mit '''Die Art''' für staunend offene Münder ob ihres faszinierend atonalen Neutöner-Konzeptes gesorgt. Dagegen wirkte der Provinz-Blues&Pop-Rock von '''Brave Jungs''' & Co. einfach nur ... brav.<br>Mit der Weimarer Formation '''[[Knuff]]''' hingegen begann die "IG Rock"-Ära von Edgar Bergmann, Bassist ebenjener Thüringer Blues & Jazzrock Kultband, der im Herbst 1986 von Frank Schüller den Vorsitz der Interessengemeinschaft übernommen hatte. Dank seiner guten Vernetzung in der ostdeutschen Mugger-Szene und seinen Ambitionen als regionalem Rock-Strippenzieher folgend, versuchte er bis über die Wende hinaus das Festival und dessen Trägerverein konsequent zu einem auch kommerziellen Erfolgsmodell zu konditionieren. Dessen 1991 beginnendem Siechtum entzog sich Bergmann schrittweise, um danach als erfolgreicher Organisator des Leipziger [http://www.honky-tonk.de/ueber_das_honky_tonk/ "Honkytonk"] (ab 1994) den nun auch geschäftlichen Ruhm geniessen zu können.
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Durchwachsene dritte Auflage des [[Leipziger Rockfestival]] ... vom Umfang her abgespeckt (offensichtlich wurde nicht wie im Jahr zuvor und in den Jahren danach ein Open Air Nachmittag integriert) und konzeptionell unausgegoren: die Konzertreihe "Neue Gruppen stellen sich vor" als "Test-Podium" hatte im Planungszeitraum nur vier Mal stattgefunden (zum Vergleich: beim "[[IG Rock Festival]]" konnte auf Bands aus neun derartigen Veranstaltungen zurück gegriffen werden), hier konnten sich zumindest die Bands '''Exzerpt''', '''Squealer''', '''Merlin-Blues''' und die frischfröhlichen Leutzscher Punks von '''[[Zorn]]''' als Teilnehmer qualifizieren. '''[[Sandberg]]''' gehörten mit ihrem bereits zweiten und '''[[Neu Rot]]''' dem gar dritten (beim ersten Mal noch als '''EgaCell''') Festival-Einsatz schon zu "bewährten Kräften", während das gerade aus dem Untergrund durchstartende lokale PostPunk-Zugpferd '''[[Die Art]]''' offiziell nach Berlin abgewandert und dementsprechend entweder nicht verfügbar oder sogar teilweise ungelitten war. Möglicherweise war dieser Connection aber wenigstens die Gast-Verpflichtung der Ostberliner '''[[Michele Baresi]]''' und '''[[Elektro Artist]]''' zu verdanken. Letztere hatten am 15. April jenes Jahres im "Eiskeller" zusammen mit '''Die Art''' für staunend offene Münder ob ihres faszinierend atonalen Neutöner-Konzeptes gesorgt. Dagegen wirkte der Provinz-Blues&Pop-Rock von '''Brave Jungs''' & Co. einfach nur ... brav.<br>Mit der Weimarer Formation '''[[Knuff]]''' hingegen begann die "IG Rock"-Ära von Edgar Bergmann, Bassist ebenjener Thüringer Blues & Jazzrock Kultband, der im Herbst 1986 von Frank Schüller den Vorsitz der Interessengemeinschaft übernommen hatte. Dank seiner guten Vernetzung in der ostdeutschen Mugger-Szene und seinen Ambitionen als regionalem Rock-Strippenzieher folgend, versuchte er bis über die Wende hinaus das Festival und dessen Trägerverein konsequent zu einem auch kommerziellen Erfolgsmodell zu konditionieren. Dessen 1991 beginnendem Siechtum entzog sich Bergmann schrittweise, um danach als erfolgreicher Organisator des hyper-kommerziellen Leipziger [http://www.honky-tonk.de/ueber_das_honky_tonk/ "Honkytonk"] (ab 1994) den nun auch geschäftlichen Ruhm geniessen zu können.
  
 
== Bands am Freitag, 15.5.1987 ==
 
== Bands am Freitag, 15.5.1987 ==

Version vom 20. Oktober 2019, 13:01 Uhr

Durchwachsene dritte Auflage des Leipziger Rockfestival ... vom Umfang her abgespeckt (offensichtlich wurde nicht wie im Jahr zuvor und in den Jahren danach ein Open Air Nachmittag integriert) und konzeptionell unausgegoren: die Konzertreihe "Neue Gruppen stellen sich vor" als "Test-Podium" hatte im Planungszeitraum nur vier Mal stattgefunden (zum Vergleich: beim "IG Rock Festival" konnte auf Bands aus neun derartigen Veranstaltungen zurück gegriffen werden), hier konnten sich zumindest die Bands Exzerpt, Squealer, Merlin-Blues und die frischfröhlichen Leutzscher Punks von Zorn als Teilnehmer qualifizieren. Sandberg gehörten mit ihrem bereits zweiten und Neu Rot dem gar dritten (beim ersten Mal noch als EgaCell) Festival-Einsatz schon zu "bewährten Kräften", während das gerade aus dem Untergrund durchstartende lokale PostPunk-Zugpferd Die Art offiziell nach Berlin abgewandert und dementsprechend entweder nicht verfügbar oder sogar teilweise ungelitten war. Möglicherweise war dieser Connection aber wenigstens die Gast-Verpflichtung der Ostberliner Michele Baresi und Elektro Artist zu verdanken. Letztere hatten am 15. April jenes Jahres im "Eiskeller" zusammen mit Die Art für staunend offene Münder ob ihres faszinierend atonalen Neutöner-Konzeptes gesorgt. Dagegen wirkte der Provinz-Blues&Pop-Rock von Brave Jungs & Co. einfach nur ... brav.
Mit der Weimarer Formation Knuff hingegen begann die "IG Rock"-Ära von Edgar Bergmann, Bassist ebenjener Thüringer Blues & Jazzrock Kultband, der im Herbst 1986 von Frank Schüller den Vorsitz der Interessengemeinschaft übernommen hatte. Dank seiner guten Vernetzung in der ostdeutschen Mugger-Szene und seinen Ambitionen als regionalem Rock-Strippenzieher folgend, versuchte er bis über die Wende hinaus das Festival und dessen Trägerverein konsequent zu einem auch kommerziellen Erfolgsmodell zu konditionieren. Dessen 1991 beginnendem Siechtum entzog sich Bergmann schrittweise, um danach als erfolgreicher Organisator des hyper-kommerziellen Leipziger "Honkytonk" (ab 1994) den nun auch geschäftlichen Ruhm geniessen zu können.

Bands am Freitag, 15.5.1987

Bands am Samstag, 16.5.1987

  • Moulin Rouge
  • Kapelle Stefan Glück
  • Neu Rot
  • Merlin-Blues

Bands am Sonntag, 17.5.1987