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	<title>Parocktikum Wiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://parocktikum.de/wiki/index.php?title=Tape_Control_Oktober-November_1992&amp;diff=1479</id>
		<title>Tape Control Oktober-November 1992</title>
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		<updated>2006-09-05T19:12:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;84.191.240.148: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Autor: Lutz Schramm&lt;br /&gt;
* verfasst: 1.9.1992&lt;br /&gt;
* veröffentlicht: 1.10.1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ich das noch erleben darf! So viele Bandmeterchen, alle bespielt und umhüllt von ganz verschiedenen Covers. Der Sommer hat die jungen Kapellen im Lande ganz offensichtlich dazu gebracht, ihre Tapes herauszurücken, damit ich Euch etwas darüber aufschreiben kann. Wer weiß, wie schnell es geht, bis ich wieder nur über diese Sachen schreiben kann, weil die Radiopolitiker diesen Krach nicht mögen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hoffe, die Bands werden trotzdem weiter dabei sein. Die bekannten und natürlich auch die ganz neuen. Zum Beispiel [[Steve_And_The_Invisible_Guitars|STEVE &amp;amp; THE INVISIBLE GUITARS]] aus der Hauptstadt. Es gibt diese Band schon seit über zwei Jahren, ihre erste Kassette und den neuen Namen hat sie aber erst kürzlich gefertigt. Nach vielen Musikerwechseln und ein wenig Zivildienst zog man geschlossen ins Insel-Studio, wo &amp;quot;Get pissed by peace&amp;quot; aufgenommen wurde. 11 Songs aus dem Leben, deftige Beats und bündige Gitarren. Ganz außer der Reihe schleicht sich auch mal ein Folkeinfluß ein, in der Regel sind&amp;#039;s aber die unüberwindlichen Gitarren, die den Ton angeben. Beachtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der schlichte Beat englischer Prägung ist das Markenzeichen von [[WHERE IS THE BEEF]], einer Dresdner Band, die schon einiges an Bandmaterial abgeliefert hat. Die neue Kassette der Band, in neuer Besetzung aufgenommen stammt schon aus dem April dieses Jahres. Keine Überrschung, die Songs sind solide verfasst und werden recht ordentlich vorgetragen. Da ist dann bald mal eine Platte dran, sonst wird das nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Brandenburgischen Cottbus sind nicht nur die großen Sandow zu Hause. Es gibt einige andere Bands, unter ihnen AWC und BIG ENEMY. Das Quartett [[AWC]] hat die frühen Punkwurzeln nicht vergessen, sich mittlerweile aber zum stabilen Baum entwickelt, dessen Früchte als deftige Lieder in unsere Gehörgänge gefegt werden. Das derweil dritte Tape von AWC &amp;quot;Only Seconds&amp;quot; beinhaltet spartanische vier Songs, die immerhin abwechslungsreich genug sind, um dem Hörer und der Hörerin Freude zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo zwischen Himmel und Erde, zwischen erdigen Trommelschlägen und schwebenden Klängen bewegt sich [[BIG ENEMY]]. Die Band von Lulu, Bernard und Murphy gibt es nun auch schon ein paar Jahre. Immer in der Cottbuser Szene unterwegs, von Freunden aus anderen Bands unterstützt (auch diesmal spielen Tilmann Fürstenan von Sandow und Peti von Peti plays the Blues nomore mit) haben die drei ihre Kassette &amp;quot;Made in Heaven&amp;quot; aufgenommen. Neben dem originellen &amp;quot;No more fucking West Bam&amp;quot; hat mich das Stück von den &amp;quot;Minnesinging knights&amp;quot; überrascht. Und es gibt einige Hits, wie &amp;quot;Rainbreakers&amp;quot; und den Titelsong. Die traurige Grundstimmung wird durch das Cover und die Bilder im beiligenden Textheft illustriert. Das Textheft bietet übrigens deutsche Übersetzungen zu den durchweg englischen Texten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vielfältigkeit nationaler Popmusik kann man wohl auch an den vielen verschiedenen Kassettenangeboten erkennen. Neben den bisher besprochenen Bändern finden sich natürlich auch andere Stilistiken. Da wäre zum Beispiel deftiger Funk aus Dresden. Noch nicht bekannt aus, aber eben mit dem Bandnamen [[FUNK &amp;amp; FERNSEHEN]] präsentieren uns fünf sächsische Musikanten ihre Kassette &amp;quot;Suck!&amp;quot;. Die leckeren Songs über &amp;quot;Pigs and Porkies&amp;quot; oder &amp;quot;Mr. Wrong&amp;quot; federn heftig übers Band und können, bei guter Soundlage fett und schrill aus den Boxen dröhnen. &lt;br /&gt;
Ganz aus der Reihe fällt ein Tape aus Leipzig. Das Projekt [[PSYCHOHYGIENE]] von Jan Uhlig bietet deftige Electro-Beats. Von Andre Kobe am Mikrophone untestützt, donnert er auf seiner Kassette &amp;quot;Alles ist erlaubt&amp;quot; über junges Blut der Begeisterung und Wille, Kraft und Ketschup. Im Osten gibts ja bisher nicht allzuviele dieser harten Electro-Varianten. Und in diesem Fall ohne Kompromisse in Wort und Ton.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch kompromisslos aber leider nicht ganz so originell gibt sich die Brandenburger Kapelle [[AUSSER BETRIEB]]. Da ist das schlichte Punk-Ding angesagt. Johnny Scrap präsentiert auf seinem Label Schrottplatz-Tapes das Band &amp;quot;Aber ohne mich&amp;quot;. Die Schande der Welt mit all ihren fiesen Erscheinungen wird an der Pranger gestellt. Das ist zwar alles sehr richtig, aber irgendwie auch nicht sehr unterhaltsam.&lt;br /&gt;
Ganz entzückend dagegen ist die Kassette einer kleinen Mädchen Band aus Bremen. Genauer eines Mädchen-Duos. DIE MÄDCHEN. Susi und Katherina heißen sie und pflegen den deutschen Schlager mit allen Konsequenzen. Auch mit der, daß sie ihre eigenen Texte dazu geschreiben haben. Da geht es um den Bombenentschärfer Harry und es gibt ein Pickel Jingle, eben die Themen unserer Zeit, auf den Punkt gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Beste zum Schluß?. Da wäre ein Essen mit Eingeborenen, serviert von den Berliner [[NONAME]]. Über die kurze Karriere der vier hat bereits die letzte NM!/Messitsch berichtet. Der Soundtrack zu diesen Worten klingt dann doch etwas sanfter, als es die Konzerte der Band vermuten lassen. Zum Abhotten leider nicht die richtige Musik, dafür geradezu solide eingespielt. Hätte vielleicht auch gleich als Platte rauskommen können. Wenn die Labels bloß nicht so lahm wären. Aber schlußendlich kann man davon ausgehen, daß NONAME erst am Anfang einer hoffentlich längeren Karriere steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem verträumten Neubeuern hat mich die zweite Ausgabe der TUBEBREAK-Kassette erreicht. Dieses Projekt ist keine Band, sondern ein kleines Heft mit einem Tape. Im Heft erfährt man etwas über die 15 Kapellen, die man auf dem Band hören kann und bekommt eine riesige Liste mit Szene-Adressen geliefert. Jugendfreizeit Heime zwischen Bodensee und Kap Arkona, sowie Radios, Zeitschriften, Bands usw... Die vorgestellten Bands haben alle keine eigenen Platten vorzuweisen und bieten Musik fast aller Stilistiken, vom deutschen Punk bis zum englischen Beat-Pop. Wer mal wieder etwas Abenteuer in Sachen Musik erleben will, sollte dieses kleine Paket anfordern, zumal es als Zugabe noch eine Single aus Frankreich gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn Ihr eine Band kennt, oder gegründet habt und igrgendwo ein bissel Band bespielt habt, schickts doch einfach an NM!/Messitsch. Bis dahin                         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lutz Schramm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:NMI/Messitsch]] [[Category:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>84.191.240.148</name></author>
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		<title>Tape Control Oktober-November 1992</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;84.191.240.148: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Autor: Lutz Schramm&lt;br /&gt;
* verfasst: 1.9.1992&lt;br /&gt;
* veröffentlicht: 1.10.1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ich das noch erleben darf! So viele Bandmeterchen, alle bespielt und umhüllt von ganz verschiedenen Covers. Der Sommer hat die jungen Kapellen im Lande ganz offensichtlich dazu gebracht, ihre Tapes herauszurücken, damit ich Euch etwas darüber aufschreiben kann. Wer weiß, wie schnell es geht, bis ich wieder nur über diese Sachen schreiben kann, weil die Radiopolitiker diesen Krach nicht mögen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hoffe, die Bands werden trotzdem weiter dabei sein. Die bekannten und natürlich auch die ganz neuen. Zum Beispiel [[Steve_And_The_Invisible_Guitars|STEVE &amp;amp; THE INVISIBLE GUITARS]] aus der Hauptstadt. Es gibt diese Band schon seit über zwei Jahren, ihre erste Kassette und den neuen Namen hat sie aber erst kürzlich gefertigt. Nach vielen Musikerwechseln und ein wenig Zivildienst zog man geschlossen ins Insel-Studio, wo &amp;quot;Get pissed by peace&amp;quot; aufgenommen wurde. 11 Songs aus dem Leben, deftige Beats und bündige Gitarren. Ganz außer der Reihe schleicht sich auch mal ein Folkeinfluß ein, in der Regel sind&amp;#039;s aber die unüberwindlichen Gitarren, die den Ton angeben. Beachtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der schlichte Beat englischer Prägung ist das Markenzeichen von [[WHERE IS THE BEEF]], einer Dresdner Band, die schon einiges an Bandmaterial abgeliefert hat. Die neue Kassette der Band, in neuer Besetzung aufgenommen stammt schon aus dem April dieses Jahres. Keine Überrschung, die Songs sind solide verfasst und werden recht ordentlich vorgetragen. Da ist dann bald mal eine Platte dran, sonst wird das nichts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Brandenburgischen Cottbus sind nicht nur die großen Sandow zu Hause. Es gibt einige andere Bands, unter ihnen AWC und BIG ENEMY. Das Quartett [[AWC]] hat die frühen Punkwurzeln nicht vergessen, sich mittlerweile aber zum stabilen Baum entwickelt, dessen Früchte als deftige Lieder in unsere Gehörgänge gefegt werden. Das derweil dritte Tape von AWC &amp;quot;Only Seconds&amp;quot; beinhaltet spartanische vier Songs, die immerhin abwechslungsreich genug sind, um dem Hörer und der Hörerin Freude zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo zwischen Himmel und Erde, zwischen erdigen Trommelschlägen und schwebenden Klängen bewegt sich [[BIG ENEMY]]. Die Band von Lulu, Bernard und Murphy gibt es nun auch schon ein paar Jahre. Immer in der Cottbuser Szene unterwegs, von Freunden aus anderen Bands unterstützt (auch diesmal spielen Tilmann Fürstenan von Sandow und Peti von Peti plays the Blues nomore mit) haben die drei ihre Kassette &amp;quot;Made in Heaven&amp;quot; aufgenommen. Neben dem originellen &amp;quot;No more fucking West Bam&amp;quot; hat mich das Stück von den &amp;quot;Minnesinging knights&amp;quot; überrascht. Und es gibt einige Hits, wie &amp;quot;Rainbreakers&amp;quot; und den Titelsong. Die traurige Grundstimmung wird durch das Cover und die Bilder im beiligenden Textheft illustriert. Das Textheft bietet übrigens deutsche Übersetzungen zu den durchweg englischen Texten.&lt;br /&gt;
Die Vielfältigkeit nationaler Popmusik kann man wohl auch an den vielen verschiedenen Kassettenangeboten erkennen. Neben den bisher besprochenen Bändern finden sich natürlich auch andere Stilistiken. Da wäre zum Beispiel deftiger Funk aus Dresden. Noch nicht bekannt aus, aber eben mit dem Bandnamen [[FUNK &amp;amp; FERNSEHEN]] präsentieren uns fünf sächsische Musikanten ihre Kassette &amp;quot;Suck!&amp;quot;. Die leckeren Songs über &amp;quot;Pigs and Porkies&amp;quot; oder &amp;quot;Mr. Wrong&amp;quot; federn heftig übers Band und können, bei guter Soundlage fett und schrill aus den Boxen dröhnen. &lt;br /&gt;
Ganz aus der Reihe fällt ein Tape aus Leipzig. Das Projekt [[PSYCHOHYGIENE]] von Jan Uhlig bietet deftige Electro-Beats. Von Andre Kobe am Mikrophone untestützt, donnert er auf seiner Kassette &amp;quot;Alles ist erlaubt&amp;quot; über junges Blut der Begeisterung und Wille, Kraft und Ketschup. Im Osten gibts ja bisher nicht allzuviele dieser harten Electro-Varianten. Und in diesem Fall ohne Kompromisse in Wort und Ton.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch kompromisslos aber leider nicht ganz so originell gibt sich die Brandenburger Kapelle [[AUSSER BETRIEB]]. Da ist das schlichte Punk-Ding angesagt. Johnny Scrap präsentiert auf seinem Label Schrottplatz-Tapes das Band &amp;quot;Aber ohne mich&amp;quot;. Die Schande der Welt mit all ihren fiesen Erscheinungen wird an der Pranger gestellt. Das ist zwar alles sehr richtig, aber irgendwie auch nicht sehr unterhaltsam.&lt;br /&gt;
Ganz entzückend dagegen ist die Kassette einer kleinen Mädchen Band aus Bremen. Genauer eines Mädchen-Duos. DIE MÄDCHEN. Susi und Katherina heißen sie und pflegen den deutschen Schlager mit allen Konsequenzen. Auch mit der, daß sie ihre eigenen Texte dazu geschreiben haben. Da geht es um den Bombenentschärfer Harry und es gibt ein Pickel Jingle, eben die Themen unserer Zeit, auf den Punkt gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Beste zum Schluß?. Da wäre ein Essen mit Eingeborenen, serviert von den Berliner [[NONAME]]. Über die kurze Karriere der vier hat bereits die letzte NM!/Messitsch berichtet. Der Soundtrack zu diesen Worten klingt dann doch etwas sanfter, als es die Konzerte der Band vermuten lassen. Zum Abhotten leider nicht die richtige Musik, dafür geradezu solide eingespielt. Hätte vielleicht auch gleich als Platte rauskommen können. Wenn die Labels bloß nicht so lahm wären. Aber schlußendlich kann man davon ausgehen, daß NONAME erst am Anfang einer hoffentlich längeren Karriere steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem verträumten Neubeuern hat mich die zweite Ausgabe der TUBEBREAK-Kassette erreicht. Dieses Projekt ist keine Band, sondern ein kleines Heft mit einem Tape. Im Heft erfährt man etwas über die 15 Kapellen, die man auf dem Band hören kann und bekommt eine riesige Liste mit Szene-Adressen geliefert. Jugendfreizeit Heime zwischen Bodensee und Kap Arkona, sowie Radios, Zeitschriften, Bands usw... Die vorgestellten Bands haben alle keine eigenen Platten vorzuweisen und bieten Musik fast aller Stilistiken, vom deutschen Punk bis zum englischen Beat-Pop. Wer mal wieder etwas Abenteuer in Sachen Musik erleben will, sollte dieses kleine Paket anfordern, zumal es als Zugabe noch eine Single aus Frankreich gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn Ihr eine Band kennt, oder gegründet habt und igrgendwo ein bissel Band bespielt habt, schickts doch einfach an NM!/Messitsch. Bis dahin                         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lutz Schramm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:NMI/Messitsch]] [[Category:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>84.191.240.148</name></author>
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		<title>Tape Control 02 1992</title>
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		<updated>2006-09-05T19:09:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;84.191.240.148: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Autor: Lutz Schramm&lt;br /&gt;
* verfasst: 27.2.1992&lt;br /&gt;
* veröffentlicht: 1.4.1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Monate voller Wirrnisse und unendlicher Entzweiung, neuer Findung, alter Bindung. Blah. Etwas muß bleiben, wie es ist, also will ich mal wieder über magnetische Bänder schreiben. Solche mit Musik zumal und guter auch. Es ist schon noch immer so, daß der Osten die meisten Veröffentlichungen im leicht herstellbaren Kassettenformat anzubieten hat. Aber, die Verhältnisse normalisieren sich und so findet sich heute auch das eine oder andere West-Band, was mich dann auch freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Friedrichshainer Gruft-Elektriker [[9 Tage]] haben lange gewartet, bis sie mit neuem Material an unsere gierigen Ohren herantreten. Vielleicht haben sie auf etwas gewartet. Was auch immer es war, es ist nicht passiert oder doch so, daß wir es nicht bemerkt haben. Ganz menschlich liegt nun hier das Tape &amp;quot;Human Form&amp;quot; und es sieht aus, wie man es erwartet: durch ein rotes(!) Loch blicken wir in eine schwarze Höhle, in der drei gehörige Schädel dörren. Innewendig, wie der Sachse sagt, stehen drei Schatten vor bläulichem Gestrüpp. Nur drei? Sind da nicht aber Vier? Anne, Rene, Jan, nebst Taymur, dem gestrengen Tüftler? Das ist die erste Gefahr: Undeutliches verleitet zur Deutung, was nicht unsere Aufgabe sein kann, jetzt. Zu hören ist vor allem viel Raum, in dem gehörig elektrisches passiert. Da erleben wir Klischees irgendwo im weiten Feld zwischen Residents und Tuxedomoon. Nicht epigonenhaftes Nachgeklimper, freilich, sondern anregend verspieltes Songwerk. Ich gestehe, nicht so viel Freude am rein moduliert Erzeugten zu haben, freue mich aber, daß nicht der Tekkno-Hammer am Plattknallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knallen darfs dann aber wieder, wenn die Gitarren das Sagen haben. Mein Dresden Lob ich mir, es ist ein Elbflorenz... Aber nein, doppelt falsch, denn weder Faust, noch Pankow, sondern die gerade wieder mit neuen Drogen so brilliante Residenz-Stadt-Szene erfreut uns mit einer neuen Band. Wieder ist Gier im Schwange: [[Greedy Gods]] nennt sich ein Quartett um F. Baumgärtel. Ich weiß nicht, was da hinter den Kulissen abläuft, daß es nicht nur diesen Bandnamen hat, sondern auch einen Song, der exakt so heißt, wie der LP-Titel von [[NEED A NEW DRUG]]. Rein stilistisch gibt es schon auch einige Ähnlichkeiten, was mich aber freut. Jede gute Band soll ihre Chance bekommen und mit den sechs Stücken von Greedy Gods kann man sich gut ins &amp;quot;Abrocken&amp;quot; begeben. Die durchweg englisch gesungenen Songs sind nicht einfältig, nur wieder mal nicht so doll produziert. Aber dann wärs wohl auch gleich eine Platte geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch etwas weiter vom Prädikat &amp;quot;brilliante Produktion&amp;quot; ist das Tape von [Dead in Ohio] aus Weißenfels. Die Kapelle um Rico Köber hat schon vor einem knappen Jahr mit einer ersten Kassette um Gehör gebeten. &amp;quot;Welcome to Bagdad&amp;quot; ist wohl nicht der Knaller gewesen, deshalb gibt es auf der neuen Kassette &amp;quot;Sick&amp;quot; einige der alten Stücke in neuer Aufnahme. Aber, wie gesagt, die Produktion ist nicht das beste. Vor allem nervt, daß die Gitarre kaum Sound-Varianten anbietet. Ein Problem, das man auch als Selbstproduzent mit etwas Erfindungsgabe lösen kann. Mit mehr Geld und Technik wärs natürlich noch leichter. Die Songs sind von schlichter Einfacheit, gelegentlich sind die zum Teil deutschen Texte erfreulich komplex. Eine halbe Stunde Musik für 8,-DM, da hat man, was man weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange habe ich keine Frauen mehr gehört. Jedenfalls nicht auf Tapes von sogenannten &amp;quot;Jungen Bands&amp;quot;. Klar. Nun findet es sich, daß gleich zwei Sängerinnen von schmalen Bändern tönen, jeweils sehr verschieden. 1988 gründete sich eine Band namens [[KEIN MITLEID]]. Nicht jene ohne Mitleid für die Mehrheit, sondern eben jene ganz ohne. So mitleidlos, wie sie sich gaben, tracktierten sie dann auch den Hörer mit schwerfällig Gruftigem. Ein Hauch von Vielem, keine Spur von Gutem. Das jedenfalls krame ich aus meinen Erinnerungen. Zwei von den Mitleidlosen bereicherten den italienischen Opernfreundeskreis, Jörg und Katrin Schittkowski machten weiter und verwandelten sich 1991 in Easter. Rockmusik, das. Einfach so und so einfach, weil auch nicht irgendwie überwältigend. Jedenfalls die Musik. Tausendmal gehört. Am Gesang sollst du sie erkennen, sagen Kritiker deutscher Rockmusik und so falsch eine Verallgemeinerung ist, hier schreit es gerade nach dieser: So sollte keine singen..keiner auch. Hoch leben alle Bobos und Katarinas dieser Welt, sind sie doch der Beweis für das Gegenteil der These, die sich hier schreiend aufdrängt: Deutsche können nicht singen. Es ist zu schlecht für netten Pop und zuwenig ungut für Punk...es ist nur unambitioniert. Immerhin plant Easter eine EP, auf der man dann vielleicht etwas anderes hören kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Gründe, sich für das Medium Kassette zu entscheiden. Die einen haben kein Geld für eine Platte, weil sie Anerkanntes noch nicht lange genug machen, oder nicht gut genug. Andere machen Nichtanerkanntes lange und gut, ohne daß sich Geld oder Möglichkeit für Platten einstellt. Am Ende liegts vor allem an den Hörern, ob sie sich ein Tape mit Punk, Gitarrenpop oder Avantischem beschaffen. In jedem Fall hält dieses Medium den Interessentenkreis von vornherein klein, wenn es ausschließlich benutzt wird. Drei besonders schöne, oder gute, oder wasauchimmer Beispiele für Kategorie zwei möchte ich am Ende dieser Tapecontrol-Ausgabe vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch zum Frau-singt-Teil gehört die Band [[3 TOT]]. Schon das Cover weist auf eine Zusammenhang mit bildnerischem Schaffen hin. Mir nicht vorliegende Informationen entheben mich langer Erklärungen. Das ist einfach eine aufregende Songsammlung unter dem Titel &amp;quot;Ich und Du&amp;quot;. Sparsame Begleitung mit elektrischen Tasten und Geräuschen und eine spröde Stimme, die kaum ausgebildet sein kann und auch mal einen anderen Weg einschlägt, als die Melodievorgabe es zu verlangen scheint. Das klingt nicht falsch, erinnert eher an Weillsches Verfremden. Leider sind heute zu wenige Musiker noch wirklich naiv. Vielleicht sind es die, die diese Kassette gemacht haben. Es gibt keine Kontaktadresse für 3 TOT in einem beigelegten Brief hieß es aber, daß das Tape in einige Plattenläden Berlins zu haben wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei weitere Bänder kommen von einem namens [[Jeremy Clarke]]. Hab ich noch nicht gehört. Die Teile lagen irgendwann auf meinem Tisch im Funk. Da laufen ja jetzt immer so viele Westberliner rum..einer von denen wird&amp;#039;s schon gewesen sein. Ist mir auch egal, weil das Zeug gut ist. Ich will das mal als Berliner Schule bezeichnen, obwohl das ja eher negativ belastet ist. Was ich meine, sind die genialen Tüftler der frühen 80er aus den Waschsalons und Karibischen Western. J.C. aus Kreuzberg hat auf zwei Tapes eine kleine Sammlung tönender Statements zur Zeit installiert. Das Band &amp;quot;Agatien&amp;quot; präsentiert verschiedene Berliner Typen: die Oma, die beim Abwaschen von der &amp;quot;schweren Zeit&amp;quot; erzählt, Diener, Jazzfreaks, Faschos... Elektronische Verfremdungen, Geräusche und diverse selbsterzeugte Sounds arbeiten an der Vorstellungskraft des Hörers. Auch das zweite Band &amp;quot;The Human Mind evil Forces&amp;quot; berichtet von Vorgängen alltäglicher Art auf denkbar unalltägliche Weise. Dabei dominieren keine prügelnden Drumsequenzer, alles läuft seltsam flächig ab, ohne flach zu sein. Eben keine billige Reizerregung, sondern eine aufregende Realitätsverfremdung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lutz Schramm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:NMI/Messitsch]] [[Category:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>84.191.240.148</name></author>
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		<title>Tape Control 02 1992</title>
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		<updated>2006-09-05T19:07:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;84.191.240.148: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Autor: Lutz Schramm&lt;br /&gt;
* verfasst: 27.2.1992&lt;br /&gt;
* veröffentlicht: 1.4.1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Monate voller Wirrnisse und unendlicher Entzweiung, neuer Findung, alter Bindung. Blah. Etwas muß bleiben, wie es ist, also will ich mal wieder über magnetische Bänder schreiben. Solche mit Musik zumal und guter auch. Es ist schon noch immer so, daß der Osten die meisten Veröffentlichungen im leicht herstellbaren Kassettenformat anzubieten hat. Aber, die Verhältnisse normalisieren sich und so findet sich heute auch das eine oder andere West-Band, was mich dann auch freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Friedrichshainer Gruft-Elektriker [9 Tage] haben lange gewartet, bis sie mit neuem Material an unsere gierigen Ohren herantreten. Vielleicht haben sie auf etwas gewartet. Was auch immer es war, es ist nicht passiert oder doch so, daß wir es nicht bemerkt haben. Ganz menschlich liegt nun hier das Tape &amp;quot;Human Form&amp;quot; und es sieht aus, wie man es erwartet: durch ein rotes(!) Loch blicken wir in eine schwarze Höhle, in der drei gehörige Schädel dörren. Innewendig, wie der Sachse sagt, stehen drei Schatten vor bläulichem Gestrüpp. Nur drei? Sind da nicht aber Vier? Anne, Rene, Jan, nebst Taymur, dem gestrengen Tüftler? Das ist die erste Gefahr: Undeutliches verleitet zur Deutung, was nicht unsere Aufgabe sein kann, jetzt. Zu hören ist vor allem viel Raum, in dem gehörig elektrisches passiert. Da erleben wir Klischees irgendwo im weiten Feld zwischen Residents und Tuxedomoon. Nicht epigonenhaftes Nachgeklimper, freilich, sondern anregend verspieltes Songwerk. Ich gestehe, nicht so viel Freude am rein moduliert Erzeugten zu haben, freue mich aber, daß nicht der Tekkno-Hammer am Plattknallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knallen darfs dann aber wieder, wenn die Gitarren das Sagen haben. Mein Dresden Lob ich mir, es ist ein Elbflorenz... Aber nein, doppelt falsch, denn weder Faust, noch Pankow, sondern die gerade wieder mit neuen Drogen so brilliante Residenz-Stadt-Szene erfreut uns mit einer neuen Band. Wieder ist Gier im Schwange: [Greedy Gods] nennt sich ein Quartett um F. Baumgärtel. Ich weiß nicht, was da hinter den Kulissen abläuft, daß es nicht nur diesen Bandnamen hat, sondern auch einen Song, der exakt so heißt, wie der LP-Titel von [NEED A NEW DRUG]. Rein stilistisch gibt es schon auch einige Ähnlichkeiten, was mich aber freut. Jede gute Band soll ihre Chance bekommen und mit den sechs Stücken von Greedy Gods kann man sich gut ins &amp;quot;Abrocken&amp;quot; begeben. Die durchweg englisch gesungenen Songs sind nicht einfältig, nur wieder mal nicht so doll produziert. Aber dann wärs wohl auch gleich eine Platte geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch etwas weiter vom Prädikat &amp;quot;brilliante Produktion&amp;quot; ist das Tape von [Dead in Ohio] aus Weißenfels. Die Kapelle um Rico Köber hat schon vor einem knappen Jahr mit einer ersten Kassette um Gehör gebeten. &amp;quot;Welcome to Bagdad&amp;quot; ist wohl nicht der Knaller gewesen, deshalb gibt es auf der neuen Kassette &amp;quot;Sick&amp;quot; einige der alten Stücke in neuer Aufnahme. Aber, wie gesagt, die Produktion ist nicht das beste. Vor allem nervt, daß die Gitarre kaum Sound-Varianten anbietet. Ein Problem, das man auch als Selbstproduzent mit etwas Erfindungsgabe lösen kann. Mit mehr Geld und Technik wärs natürlich noch leichter. Die Songs sind von schlichter Einfacheit, gelegentlich sind die zum Teil deutschen Texte erfreulich komplex. Eine halbe Stunde Musik für 8,-DM, da hat man, was man weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange habe ich keine Frauen mehr gehört. Jedenfalls nicht auf Tapes von sogenannten &amp;quot;Jungen Bands&amp;quot;. Klar. Nun findet es sich, daß gleich zwei Sängerinnen von schmalen Bändern tönen, jeweils sehr verschieden. 1988 gründete sich eine Band namens [KEIN MITLEID]. Nicht jene ohne Mitleid für die Mehrheit, sondern eben jene ganz ohne. So mitleidlos, wie sie sich gaben, tracktierten sie dann auch den Hörer mit schwerfällig Gruftigem. Ein Hauch von Vielem, keine Spur von Gutem. Das jedenfalls krame ich aus meinen Erinnerungen. Zwei von den Mitleidlosen bereicherten den italienischen Opernfreundeskreis, Jörg und Katrin Schittkowski machten weiter und verwandelten sich 1991 in Easter. Rockmusik, das. Einfach so und so einfach, weil auch nicht irgendwie überwältigend. Jedenfalls die Musik. Tausendmal gehört. Am Gesang sollst du sie erkennen, sagen Kritiker deutscher Rockmusik und so falsch eine Verallgemeinerung ist, hier schreit es gerade nach dieser: So sollte keine singen..keiner auch. Hoch leben alle Bobos und Katarinas dieser Welt, sind sie doch der Beweis für das Gegenteil der These, die sich hier schreiend aufdrängt: Deutsche können nicht singen. Es ist zu schlecht für netten Pop und zuwenig ungut für Punk...es ist nur unambitioniert. Immerhin plant Easter eine EP, auf der man dann vielleicht etwas anderes hören kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Gründe, sich für das Medium Kassette zu entscheiden. Die einen haben kein Geld für eine Platte, weil sie Anerkanntes noch nicht lange genug machen, oder nicht gut genug. Andere machen Nichtanerkanntes lange und gut, ohne daß sich Geld oder Möglichkeit für Platten einstellt. Am Ende liegts vor allem an den Hörern, ob sie sich ein Tape mit Punk, Gitarrenpop oder Avantischem beschaffen. In jedem Fall hält dieses Medium den Interessentenkreis von vornherein klein, wenn es ausschließlich benutzt wird. Drei besonders schöne, oder gute, oder wasauchimmer Beispiele für Kategorie zwei möchte ich am Ende dieser Tapecontrol-Ausgabe vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch zum Frau-singt-Teil gehört die Band [3 TOT]. Schon das Cover weist auf eine Zusammenhang mit bildnerischem Schaffen hin. Mir nicht vorliegende Informationen entheben mich langer Erklärungen. Das ist einfach eine aufregende Songsammlung unter dem Titel &amp;quot;Ich und Du&amp;quot;. Sparsame Begleitung mit elektrischen Tasten und Geräuschen und eine spröde Stimme, die kaum ausgebildet sein kann und auch mal einen anderen Weg einschlägt, als die Melodievorgabe es zu verlangen scheint. Das klingt nicht falsch, erinnert eher an Weillsches Verfremden. Leider sind heute zu wenige Musiker noch wirklich naiv. Vielleicht sind es die, die diese Kassette gemacht haben. Es gibt keine Kontaktadresse für 3 TOT in einem beigelegten Brief hieß es aber, daß das Tape in einige Plattenläden Berlins zu haben wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei weitere Bänder kommen von einem namens [Jeremy Clarke]. Hab ich noch nicht gehört. Die Teile lagen irgendwann auf meinem Tisch im Funk. Da laufen ja jetzt immer so viele Westberliner rum..einer von denen wird&amp;#039;s schon gewesen sein. Ist mir auch egal, weil das Zeug gut ist. Ich will das mal als Berliner Schule bezeichnen, obwohl das ja eher negativ belastet ist. Was ich meine, sind die genialen Tüftler der frühen 80er aus den Waschsalons und Karibischen Western. J.C. aus Kreuzberg hat auf zwei Tapes eine kleine Sammlung tönender Statements zur Zeit installiert. Das Band &amp;quot;Agatien&amp;quot; präsentiert verschiedene Berliner Typen: die Oma, die beim Abwaschen von der &amp;quot;schweren Zeit&amp;quot; erzählt, Diener, Jazzfreaks, Faschos... Elektronische Verfremdungen, Geräusche und diverse selbsterzeugte Sounds arbeiten an der Vorstellungskraft des Hörers. Auch das zweite Band &amp;quot;The Human Mind evil Forces&amp;quot; berichtet von Vorgängen alltäglicher Art auf denkbar unalltägliche Weise. Dabei dominieren keine prügelnden Drumsequenzer, alles läuft seltsam flächig ab, ohne flach zu sein. Eben keine billige Reizerregung, sondern eine aufregende Realitätsverfremdung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lutz Schramm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:NMI/Messitsch]] [[Category:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>84.191.240.148</name></author>
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		<id>https://parocktikum.de/wiki/index.php?title=Tape_Control_02_1992&amp;diff=1475</id>
		<title>Tape Control 02 1992</title>
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		<updated>2006-09-05T19:06:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;84.191.240.148: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Autor: Lutz Schramm&lt;br /&gt;
* verfasst: 27.2.1992&lt;br /&gt;
* veröffentlicht: 1.4.1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Monate voller Wirrnisse und unendlicher Entzweiung, neuer Findung, alter Bindung. Blah. Etwas muß bleiben, wie es ist, also will ich mal wieder über magnetische Bänder schreiben. Solche mit Musik zumal und guter auch. Es ist schon noch immer so, daß der Osten die meisten Veröffentlichungen im leicht herstellbaren Kassettenformat anzubieten hat. Aber, die Verhältnisse normalisieren sich und so findet sich heute auch das eine oder andere West-Band, was mich dann auch freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Friedrichshainer Gruft-Elektriker [9 Tage] haben lange gewartet, bis sie mit neuem Material an unsere gierigen Ohren herantreten. Vielleicht haben sie auf etwas gewartet. Was auch immer es war, es ist nicht passiert oder doch so, daß wir es nicht bemerkt haben. Ganz menschlich liegt nun hier das Tape &amp;quot;Human Form&amp;quot; und es sieht aus, wie man es erwartet: durch ein rotes(!) Loch blicken wir in eine schwarze Höhle, in der drei gehörige Schädel dörren. Innewendig, wie der Sachse sagt, stehen drei Schatten vor bläulichem Gestrüpp. Nur drei? Sind da nicht aber Vier? Anne, Rene, Jan, nebst Taymur, dem gestrengen Tüftler? Das ist die erste Gefahr: Undeutliches verleitet zur Deutung, was nicht unsere Aufgabe sein kann, jetzt. Zu hören ist vor allem viel Raum, in dem gehörig elektrisches passiert. Da erleben wir Klischees irgendwo im weiten Feld zwischen Residents und Tuxedomoon. Nicht epigonenhaftes Nachgeklimper, freilich, sondern anregend verspieltes Songwerk. Ich gestehe, nicht so viel Freude am rein moduliert Erzeugten zu haben, freue mich aber, daß nicht der Tekkno-Hammer am Plattknallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knallen darfs dann aber wieder, wenn die Gitarren das Sagen haben. Mein Dresden Lob ich mir, es ist ein Elbflorenz... Aber nein, doppelt falsch, denn weder Faust, noch Pankow, sondern die gerade wieder mit neuen Drogen so brilliante Residenz-Stadt-Szene erfreut uns mit einer neuen Band. Wieder ist Gier im Schwange: [Greedy Gods] nennt sich ein Quartett um F. Baumgärtel. Ich weiß nicht, was da hinter den Kulissen abläuft, daß es nicht nur diesen Bandnamen hat, sondern auch einen Song, der exakt so heißt, wie der LP-Titel von [NEED A NEW DRUG]. Rein stilistisch gibt es schon auch einige Ähnlichkeiten, was mich aber freut. Jede gute Band soll ihre Chance bekommen und mit den sechs Stücken von Greedy Gods kann man sich gut ins &amp;quot;Abrocken&amp;quot; begeben. Die durchweg englisch gesungenen Songs sind nicht einfältig, nur wieder mal nicht so doll produziert. Aber dann wärs wohl auch gleich eine Platte geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch etwas weiter vom Prädikat &amp;quot;brilliante Produktion&amp;quot; ist das Tape von [Dead in Ohio] aus Weißenfels. Die Kapelle um Rico Köber hat schon vor einem knappen Jahr mit einer ersten Kassette um Gehör gebeten. &amp;quot;Welcome to Bagdad&amp;quot; ist wohl nicht der Knaller gewesen, deshalb gibt es auf der neuen Kassette &amp;quot;Sick&amp;quot; einige der alten Stücke in neuer Aufnahme. Aber, wie gesagt, die Produktion ist nicht das beste. Vor allem nervt, daß die Gitarre kaum Sound-Varianten anbietet. Ein Problem, das man auch als Selbstproduzent mit etwas Erfindungsgabe lösen kann. Mit mehr Geld und Technik wärs natürlich noch leichter. Die Songs sind von schlichter Einfacheit, gelegentlich sind die zum Teil deutschen Texte erfreulich komplex. Eine halbe Stunde Musik für 8,-DM, da hat man, was man weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange habe ich keine Frauen mehr gehört. Jedenfalls nicht auf Tapes von sogenannten &amp;quot;Jungen Bands&amp;quot;. Klar. Nun findet es sich, daß gleich zwei Sängerinnen von schmalen Bändern tönen, jeweils sehr verschieden. 1988 gründete sich eine Band namens [KEIN MITLEID]. Nicht jene ohne Mitleid für die Mehrheit, sondern eben jene ganz ohne. So mitleidlos, wie sie sich gaben, tracktierten sie dann auch den Hörer mit schwerfällig Gruftigem. Ein Hauch von Vielem, keine Spur von Gutem. Das jedenfalls krame ich aus meinen Erinnerungen. Zwei von den Mitleidlosen bereicherten den italienischen Opernfreundeskreis, Jörg und Katrin Schittkowski machten weiter und verwandelten sich 1991 in Easter. Rockmusik, das. Einfach so und so einfach, weil auch nicht irgendwie überwältigend. Jedenfalls die Musik. Tausendmal gehört. Am Gesang sollst du sie erkennen, sagen Kritiker deutscher Rockmusik und so falsch eine Verallgemeinerung ist, hier schreit es gerade nach dieser: So sollte keine singen..keiner auch. Hoch leben alle Bobos und Katarinas dieser Welt, sind sie doch der Beweis für das Gegenteil der These, die sich hier schreiend aufdrängt: Deutsche können nicht singen. Es ist zu schlecht für netten Pop und zuwenig ungut für Punk...es ist nur unambitioniert. Immerhin plant Easter eine EP, auf der man dann vielleicht etwas anderes hören kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Gründe, sich für das Medium Kassette zu entscheiden. Die einen haben kein Geld für eine Platte, weil sie Anerkanntes noch nicht lange genug machen, oder nicht gut genug. Andere machen Nichtanerkanntes lange und gut, ohne daß sich Geld oder Möglichkeit für Platten einstellt. Am Ende liegts vor allem an den Hörern, ob sie sich ein Tape mit Punk, Gitarrenpop oder Avantischem beschaffen. In jedem Fall hält dieses Medium den Interessentenkreis von vornherein klein, wenn es ausschließlich benutzt wird. Drei besonders schöne, oder gute, oder wasauchimmer Beispiele für Kategorie zwei möchte ich am Ende dieser Tapecontrol-Ausgabe vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch zum Frau-singt-Teil gehört die Band [3 TOT]. Schon das Cover weist auf eine Zusammenhang mit bildnerischem Schaffen hin. Mir nicht vorliegende Informationen entheben mich langer Erklärungen. Das ist einfach eine aufregende Songsammlung unter dem Titel &amp;quot;Ich und Du&amp;quot;. Sparsame Begleitung mit elektrischen Tasten und Geräuschen und eine spröde Stimme, die kaum ausgebildet sein kann und auch mal einen anderen Weg einschlägt, als die Melodievorgabe es zu verlangen scheint. Das klingt nicht falsch, erinnert eher an Weillsches Verfremden. Leider sind heute zu wenige Musiker noch wirklich naiv. Vielleicht sind es die, die diese Kassette gemacht haben. Es gibt keine Kontaktadresse für 3 TOT in einem beigelegten Brief hieß es aber, daß das Tape in einige Plattenläden Berlins zu haben wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei weitere Bänder kommen von einem namens [Jeremy Clarke]. Hab ich noch nicht gehört. Die Teile lagen irgendwann auf meinem Tisch im Funk. Da laufen ja jetzt immer so viele Westberliner rum..einer von denen wird&amp;#039;s schon gewesen sein. Ist mir auch egal, weil das Zeug gut ist. Ich will das mal als Berliner Schule bezeichnen, obwohl das ja eher negativ belastet ist. Was ich meine, sind die genialen Tüftler der frühen 80er aus den Waschsalons und Karibischen Western. J.C. aus Kreuzberg hat auf zwei Tapes eine kleine Sammlung tönender Statements zur Zeit installiert. Das Band &amp;quot;Agatien&amp;quot; präsentiert verschiedene Berliner Typen: die Oma, die beim Abwaschen von der &amp;quot;schweren Zeit&amp;quot; erzählt, Diener, Jazzfreaks, Faschos... Elektronische Verfremdungen, Geräusche und diverse selbsterzeugte Sounds arbeiten an der Vorstellungskraft des Hörers. Auch das zweite Band &amp;quot;The Human Mind evil Forces&amp;quot; berichtet von Vorgängen alltäglicher Art auf denkbar unalltägliche Weise. Dabei dominieren keine prügelnden Drumsequenzer, alles läuft seltsam flächig ab, ohne flach zu sein. Eben keine billige Reizerregung, sondern eine aufregende Realitätsverfremdung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lutz Schramm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Category:NMI/Messitsch]]&lt;br /&gt;
* [[Category:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>84.191.240.148</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://parocktikum.de/wiki/index.php?title=Tape_Control_Oktober-November_1992&amp;diff=1474</id>
		<title>Tape Control Oktober-November 1992</title>
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		<updated>2006-09-05T19:02:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;84.191.240.148: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Autor: Lutz Schramm&lt;br /&gt;
* verfasst: 1.9.1992&lt;br /&gt;
* veröffentlicht: 1.10.1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ich das noch erleben darf! So viele Bandmeterchen, alle bespielt und umhüllt von ganz verschiedenen Covers. Der Sommer hat die jungen Kapellen im Lande ganz offensichtlich dazu gebracht, ihre Tapes herauszurücken, damit ich Euch etwas darüber aufschreiben kann. Wer weiß, wie schnell es geht, bis ich wieder nur über diese Sachen schreiben kann, weil die Radiopolitiker diesen Krach nicht mögen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich hoffe, die Bands werden trotzdem weiter dabei sein. Die bekannten und natürlich auch die ganz neuen. Zum Beispiel [[Steve_And_The_Invisible_Guitars|STEVE &amp;amp; THE INVISIBLE GUITARS]] aus der Hauptstadt. Es gibt diese Band schon seit über zwei Jahren, ihre erste Kassette und den neuen Namen hat sie aber erst kürzlich gefertigt. Nach vielen Musikerwechseln und ein wenig Zivildienst zog man geschlossen ins Insel-Studio, wo &amp;quot;Get pissed by peace&amp;quot; aufgenommen wurde. 11 Songs aus dem Leben, deftige Beats und bündige Gitarren. Ganz außer der Reihe schleicht sich auch mal ein Folkeinfluß ein, in der Regel sind&amp;#039;s aber die unüberwindlichen Gitarren, die den Ton angeben. Beachtlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der schlichte Beat englischer Prägung ist das Markenzeichen von WHERE IS THE BEEF, einer Dresdner Band, die schon einiges an Bandmaterial abgeliefert hat. Die neue Kassette der Band, in neuer Besetzung aufgenommen stammt schon aus dem April dieses Jahres. Keine Überrschung, die Songs sind solide verfasst und werden recht ordentlich vorgetragen. Da ist dann bald mal eine Platte dran, sonst wird das nichts.&lt;br /&gt;
Im Brandenburgischen Cottbus sind nicht nur die großen Sandow zu Hause. Es gibt einige andere Bands, unter ihnen AWC und BIG ENEMY. Das Quartett AWC hat die frühen Punkwurzeln nicht vergessen, sich mittlerweile aber zum stabilen Baum entwickelt, dessen Früchte als deftige Lieder in unsere Gehörgänge gefegt werden. Das derweil dritte Tape von AWC &amp;quot;Only Seconds&amp;quot; beinhaltet spartanische vier Songs, die immerhin abwechslungsreich genug sind, um dem Hörer und der Hörerin Freude zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Irgendwo zwischen Himmel und Erde, zwischen erdigen Trommelschlägen und schwebenden Klängen bewegt sich BIG ENEMY. Die Band von Lulu, Bernard und Murphy gibt es nun auch schon ein paar Jahre. Immer in der Cottbuser Szene unterwegs, von Freunden aus anderen Bands unterstützt (auch diesmal spielen Tilmann Fürstenan von Sandow und Peti von Peti plays the Blues nomore mit) haben die drei ihre Kassette &amp;quot;Made in Heaven&amp;quot; aufgenommen. Neben dem originellen &amp;quot;No more fucking West Bam&amp;quot; hat mich das Stück von den &amp;quot;Minnesinging knights&amp;quot; überrascht. Und es gibt einige Hits, wie &amp;quot;Rainbreakers&amp;quot; und den Titelsong. Die traurige Grundstimmung wird durch das Cover und die Bilder im beiligenden Textheft illustriert. Das Textheft bietet übrigens deutsche Übersetzungen zu den durchweg englischen Texten.&lt;br /&gt;
Die Vielfältigkeit nationaler Popmusik kann man wohl auch an den vielen verschiedenen Kassettenangeboten erkennen. Neben den bisher besprochenen Bändern finden sich natürlich auch andere Stilistiken. Da wäre zum Beispiel deftiger Funk aus Dresden. Noch nicht bekannt aus, aber eben mit dem Bandnamen FUNK &amp;amp; FERNSEHEN präsentieren uns fünf sächsische Musikanten ihre Kassette &amp;quot;Suck!&amp;quot;. Die leckeren Songs über &amp;quot;Pigs and Porkies&amp;quot; oder &amp;quot;Mr. Wrong&amp;quot; federn heftig übers Band und können, bei guter Soundlage fett und schrill aus den Boxen dröhnen. &lt;br /&gt;
Ganz aus der Reihe fällt ein Tape aus Leipzig. Das Projekt PSYCHOHYGIENE von Jan Uhlig bietet deftige Electro-Beats. Von Andre Kobe am Mikrophone untestützt, donnert er auf seiner Kassette &amp;quot;Alles ist erlaubt&amp;quot; über junges Blut der Begeisterung und Wille, Kraft und Ketschup. Im Osten gibts ja bisher nicht allzuviele dieser harten Electro-Varianten. Und in diesem Fall ohne Kompromisse in Wort und Ton.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch kompromisslos aber leider nicht ganz so originell gibt sich die Brandenburger Kapelle AUSSER BETRIEB. Da ist das schlichte Punk-Ding angesagt. Johnny Scrap präsentiert auf seinem Label Schrottplatz-Tapes das Band &amp;quot;Aber ohne mich&amp;quot;. Die Schande der Welt mit all ihren fiesen Erscheinungen wird an der Pranger gestellt. Das ist zwar alles sehr richtig, aber irgendwie auch nicht sehr unterhaltsam.&lt;br /&gt;
Ganz entzückend dagegen ist die Kassette einer kleinen Mädchen Band aus Bremen. Genauer eines Mädchen-Duos. DIE MÄDCHEN. Susi und Katherina heißen sie und pflegen den deutschen Schlager mit allen Konsequenzen. Auch mit der, daß sie ihre eigenen Texte dazu geschreiben haben. Da geht es um den Bombenentschärfer Harry und es gibt ein Pickel Jingle, eben die Themen unserer Zeit, auf den Punkt gebracht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Beste zum Schluß?. Da wäre ein Essen mit Eingeborenen, serviert von den Berliner NONAME. Über die kurze Karriere der vier hat bereits die letzte NM!/Messitsch berichtet. Der Soundtrack zu diesen Worten klingt dann doch etwas sanfter, als es die Konzerte der Band vermuten lassen. Zum Abhotten leider nicht die richtige Musik, dafür geradezu solide eingespielt. Hätte vielleicht auch gleich als Platte rauskommen können. Wenn die Labels bloß nicht so lahm wären. Aber schlußendlich kann man davon ausgehen, daß NONAME erst am Anfang einer hoffentlich längeren Karriere steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem verträumten Neubeuern hat mich die zweite Ausgabe der TUBEBREAK-Kassette erreicht. Dieses Projekt ist keine Band, sondern ein kleines Heft mit einem Tape. Im Heft erfährt man etwas über die 15 Kapellen, die man auf dem Band hören kann und bekommt eine riesige Liste mit Szene-Adressen geliefert. Jugendfreizeit Heime zwischen Bodensee und Kap Arkona, sowie Radios, Zeitschriften, Bands usw... Die vorgestellten Bands haben alle keine eigenen Platten vorzuweisen und bieten Musik fast aller Stilistiken, vom deutschen Punk bis zum englischen Beat-Pop. Wer mal wieder etwas Abenteuer in Sachen Musik erleben will, sollte dieses kleine Paket anfordern, zumal es als Zugabe noch eine Single aus Frankreich gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und wenn Ihr eine Band kennt, oder gegründet habt und igrgendwo ein bissel Band bespielt habt, schickts doch einfach an NM!/Messitsch. Bis dahin                         &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lutz Schramm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Category:NMI/Messitsch]]&lt;br /&gt;
* [[Category:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>84.191.240.148</name></author>
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		<title>Tape Control 02 1992</title>
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		<updated>2006-09-05T19:02:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;84.191.240.148: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Autor: Lutz Schramm&lt;br /&gt;
* verfasst: 27.2.1992&lt;br /&gt;
* veröffentlicht: 1.4.1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Monate voller Wirrnisse und unendlicher Entzweiung, neuer Findung, alter Bindung. Blah. Etwas muß bleiben, wie es ist, also will ich mal wieder über magnetische Bänder schreiben. Solche mit Musik zumal und guter auch. Es ist schon noch immer so, daß der Osten die meisten Veröffentlichungen im leicht herstellbaren Kassettenformat anzubieten hat. Aber, die Verhältnisse normalisieren sich und so findet sich heute auch das eine oder andere West-Band, was mich dann auch freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Friedrichshainer Gruft-Elektriker 9 Tage haben lange gewartet, bis sie mit neuem Material an unsere gierigen Ohren herantreten. Vielleicht haben sie auf etwas gewartet. Was auch immer es war, es ist nicht passiert oder doch so, daß wir es nicht bemerkt haben. Ganz menschlich liegt nun hier das Tape &amp;quot;Human Form&amp;quot; und es sieht aus, wie man es erwartet: durch ein rotes(!) Loch blicken wir in eine schwarze Höhle, in der drei gehörige Schädel dörren. Innewendig, wie der Sachse sagt, stehen drei Schatten vor bläulichem Gestrüpp. Nur drei? Sind da nicht aber Vier? Anne, Rene, Jan, nebst Taymur, dem gestrengen Tüftler? Das ist die erste Gefahr: Undeutliches verleitet zur Deutung, was nicht unsere Aufgabe sein kann, jetzt. Zu hören ist vor allem viel Raum, in dem gehörig elektrisches passiert. Da erleben wir Klischees irgendwo im weiten Feld zwischen Residents und Tuxedomoon. Nicht epigonenhaftes Nachgeklimper, freilich, sondern anregend verspieltes Songwerk. Ich gestehe, nicht so viel Freude am rein moduliert Erzeugten zu haben, freue mich aber, daß nicht der Tekkno-Hammer am Plattknallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knallen darfs dann aber wieder, wenn die Gitarren das Sagen haben. Mein Dresden Lob ich mir, es ist ein Elbflorenz... Aber nein, doppelt falsch, denn weder Faust, noch Pankow, sondern die gerade wieder mit neuen Drogen so brilliante Residenz-Stadt-Szene erfreut uns mit einer neuen Band. Wieder ist Gier im Schwange: Greedy Gods nennt sich ein Quartett um F. Baumgärtel. Ich weiß nicht, was da hinter den Kulissen abläuft, daß es nicht nur diesen Bandnamen hat, sondern auch einen Song, der exakt so heißt, wie der LP-Titel von NEED A NEW DRUG. Rein stilistisch gibt es schon auch einige Ähnlichkeiten, was mich aber freut. Jede gute Band soll ihre Chance bekommen und mit den sechs Stücken von Greedy Gods kann man sich gut ins &amp;quot;Abrocken&amp;quot; begeben. Die durchweg englisch gesungenen Songs sind nicht einfältig, nur wieder mal nicht so doll produziert. Aber dann wärs wohl auch gleich eine Platte geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch etwas weiter vom Prädikat &amp;quot;brilliante Produktion&amp;quot; ist das Tape von Dead in Ohio aus Weißenfels. Die Kapelle um Rico Köber hat schon vor einem knappen Jahr mit einer ersten Kassette um Gehör gebeten. &amp;quot;Welcome to Bagdad&amp;quot; ist wohl nicht der Knaller gewesen, deshalb gibt es auf der neuen Kassette &amp;quot;Sick&amp;quot; einige der alten Stücke in neuer Aufnahme. Aber, wie gesagt, die Produktion ist nicht das beste. Vor allem nervt, daß die Gitarre kaum Sound-Varianten anbietet. Ein Problem, das man auch als Selbstproduzent mit etwas Erfindungsgabe lösen kann. Mit mehr Geld und Technik wärs natürlich noch leichter. Die Songs sind von schlichter Einfacheit, gelegentlich sind die zum Teil deutschen Texte erfreulich komplex. Eine halbe Stunde Musik für 8,-DM, da hat man, was man weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange habe ich keine Frauen mehr gehört. Jedenfalls nicht auf Tapes von sogenannten &amp;quot;Jungen Bands&amp;quot;. Klar. Nun findet es sich, daß gleich zwei Sängerinnen von schmalen Bändern tönen, jeweils sehr verschieden. 1988 gründete sich eine Band namens KEIN MITLEID. Nicht jene ohne Mitleid für die Mehrheit, sondern eben jene ganz ohne. So mitleidlos, wie sie sich gaben, tracktierten sie dann auch den Hörer mit schwerfällig Gruftigem. Ein Hauch von Vielem, keine Spur von Gutem. Das jedenfalls krame ich aus meinen Erinnerungen. Zwei von den Mitleidlosen bereicherten den italienischen Opernfreundeskreis, Jörg und Katrin Schittkowski machten weiter und verwandelten sich 1991 in Easter. Rockmusik, das. Einfach so und so einfach, weil auch nicht irgendwie überwältigend. Jedenfalls die Musik. Tausendmal gehört. Am Gesang sollst du sie erkennen, sagen Kritiker deutscher Rockmusik und so falsch eine Verallgemeinerung ist, hier schreit es gerade nach dieser: So sollte keine singen..keiner auch. Hoch leben alle Bobos und Katarinas dieser Welt, sind sie doch der Beweis für das Gegenteil der These, die sich hier schreiend aufdrängt: Deutsche können nicht singen. Es ist zu schlecht für netten Pop und zuwenig ungut für Punk...es ist nur unambitioniert. Immerhin plant Easter eine EP, auf der man dann vielleicht etwas anderes hören kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Gründe, sich für das Medium Kassette zu entscheiden. Die einen haben kein Geld für eine Platte, weil sie Anerkanntes noch nicht lange genug machen, oder nicht gut genug. Andere machen Nichtanerkanntes lange und gut, ohne daß sich Geld oder Möglichkeit für Platten einstellt. Am Ende liegts vor allem an den Hörern, ob sie sich ein Tape mit Punk, Gitarrenpop oder Avantischem beschaffen. In jedem Fall hält dieses Medium den Interessentenkreis von vornherein klein, wenn es ausschließlich benutzt wird. Drei besonders schöne, oder gute, oder wasauchimmer Beispiele für Kategorie zwei möchte ich am Ende dieser Tapecontrol-Ausgabe vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch zum Frau-singt-Teil gehört die Band 3 TOT. Schon das Cover weist auf eine Zusammenhang mit bildnerischem Schaffen hin. Mir nicht vorliegende Informationen entheben mich langer Erklärungen. Das ist einfach eine aufregende Songsammlung unter dem Titel &amp;quot;Ich und Du&amp;quot;. Sparsame Begleitung mit elektrischen Tasten und Geräuschen und eine spröde Stimme, die kaum ausgebildet sein kann und auch mal einen anderen Weg einschlägt, als die Melodievorgabe es zu verlangen scheint. Das klingt nicht falsch, erinnert eher an Weillsches Verfremden. Leider sind heute zu wenige Musiker noch wirklich naiv. Vielleicht sind es die, die diese Kassette gemacht haben. Es gibt keine Kontaktadresse für 3 TOT in einem beigelegten Brief hieß es aber, daß das Tape in einige Plattenläden Berlins zu haben wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei weitere Bänder kommen von einem namens Jeremy Clarke. Hab ich noch nicht gehört. Die Teile lagen irgendwann auf meinem Tisch im Funk. Da laufen ja jetzt immer so viele Westberliner rum..einer von denen wird&amp;#039;s schon gewesen sein. Ist mir auch egal, weil das Zeug gut ist. Ich will das mal als Berliner Schule bezeichnen, obwohl das ja eher negativ belastet ist. Was ich meine, sind die genialen Tüftler der frühen 80er aus den Waschsalons und Karibischen Western. J.C. aus Kreuzberg hat auf zwei Tapes eine kleine Sammlung tönender Statements zur Zeit installiert. Das Band &amp;quot;Agatien&amp;quot; präsentiert verschiedene Berliner Typen: die Oma, die beim Abwaschen von der &amp;quot;schweren Zeit&amp;quot; erzählt, Diener, Jazzfreaks, Faschos... Elektronische Verfremdungen, Geräusche und diverse selbsterzeugte Sounds arbeiten an der Vorstellungskraft des Hörers. Auch das zweite Band &amp;quot;The Human Mind evil Forces&amp;quot; berichtet von Vorgängen alltäglicher Art auf denkbar unalltägliche Weise. Dabei dominieren keine prügelnden Drumsequenzer, alles läuft seltsam flächig ab, ohne flach zu sein. Eben keine billige Reizerregung, sondern eine aufregende Realitätsverfremdung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lutz Schramm&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Category:NMI/Messitsch]]&lt;br /&gt;
* [[Category:Artikel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>84.191.240.148</name></author>
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		<title>Tape Control 02 1992</title>
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		<updated>2006-09-05T19:01:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;84.191.240.148: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;* Autor: Lutz Schramm&lt;br /&gt;
* verfasst: 27.2.1992&lt;br /&gt;
* veröffentlicht: 1.4.1992&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Monate voller Wirrnisse und unendlicher Entzweiung, neuer Findung, alter Bindung. Blah. Etwas muß bleiben, wie es ist, also will ich mal wieder über magnetische Bänder schreiben. Solche mit Musik zumal und guter auch. Es ist schon noch immer so, daß der Osten die meisten Veröffentlichungen im leicht herstellbaren Kassettenformat anzubieten hat. Aber, die Verhältnisse normalisieren sich und so findet sich heute auch das eine oder andere West-Band, was mich dann auch freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Friedrichshainer Gruft-Elektriker 9 Tage haben lange gewartet, bis sie mit neuem Material an unsere gierigen Ohren herantreten. Vielleicht haben sie auf etwas gewartet. Was auch immer es war, es ist nicht passiert oder doch so, daß wir es nicht bemerkt haben. Ganz menschlich liegt nun hier das Tape &amp;quot;Human Form&amp;quot; und es sieht aus, wie man es erwartet: durch ein rotes(!) Loch blicken wir in eine schwarze Höhle, in der drei gehörige Schädel dörren. Innewendig, wie der Sachse sagt, stehen drei Schatten vor bläulichem Gestrüpp. Nur drei? Sind da nicht aber Vier? Anne, Rene, Jan, nebst Taymur, dem gestrengen Tüftler? Das ist die erste Gefahr: Undeutliches verleitet zur Deutung, was nicht unsere Aufgabe sein kann, jetzt. Zu hören ist vor allem viel Raum, in dem gehörig elektrisches passiert. Da erleben wir Klischees irgendwo im weiten Feld zwischen Residents und Tuxedomoon. Nicht epigonenhaftes Nachgeklimper, freilich, sondern anregend verspieltes Songwerk. Ich gestehe, nicht so viel Freude am rein moduliert Erzeugten zu haben, freue mich aber, daß nicht der Tekkno-Hammer am Plattknallen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Knallen darfs dann aber wieder, wenn die Gitarren das Sagen haben. Mein Dresden Lob ich mir, es ist ein Elbflorenz... Aber nein, doppelt falsch, denn weder Faust, noch Pankow, sondern die gerade wieder mit neuen Drogen so brilliante Residenz-Stadt-Szene erfreut uns mit einer neuen Band. Wieder ist Gier im Schwange: Greedy Gods nennt sich ein Quartett um F. Baumgärtel. Ich weiß nicht, was da hinter den Kulissen abläuft, daß es nicht nur diesen Bandnamen hat, sondern auch einen Song, der exakt so heißt, wie der LP-Titel von NEED A NEW DRUG. Rein stilistisch gibt es schon auch einige Ähnlichkeiten, was mich aber freut. Jede gute Band soll ihre Chance bekommen und mit den sechs Stücken von Greedy Gods kann man sich gut ins &amp;quot;Abrocken&amp;quot; begeben. Die durchweg englisch gesungenen Songs sind nicht einfältig, nur wieder mal nicht so doll produziert. Aber dann wärs wohl auch gleich eine Platte geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch etwas weiter vom Prädikat &amp;quot;brilliante Produktion&amp;quot; ist das Tape von Dead in Ohio aus Weißenfels. Die Kapelle um Rico Köber hat schon vor einem knappen Jahr mit einer ersten Kassette um Gehör gebeten. &amp;quot;Welcome to Bagdad&amp;quot; ist wohl nicht der Knaller gewesen, deshalb gibt es auf der neuen Kassette &amp;quot;Sick&amp;quot; einige der alten Stücke in neuer Aufnahme. Aber, wie gesagt, die Produktion ist nicht das beste. Vor allem nervt, daß die Gitarre kaum Sound-Varianten anbietet. Ein Problem, das man auch als Selbstproduzent mit etwas Erfindungsgabe lösen kann. Mit mehr Geld und Technik wärs natürlich noch leichter. Die Songs sind von schlichter Einfacheit, gelegentlich sind die zum Teil deutschen Texte erfreulich komplex. Eine halbe Stunde Musik für 8,-DM, da hat man, was man weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lange habe ich keine Frauen mehr gehört. Jedenfalls nicht auf Tapes von sogenannten &amp;quot;Jungen Bands&amp;quot;. Klar. Nun findet es sich, daß gleich zwei Sängerinnen von schmalen Bändern tönen, jeweils sehr verschieden. 1988 gründete sich eine Band namens KEIN MITLEID. Nicht jene ohne Mitleid für die Mehrheit, sondern eben jene ganz ohne. So mitleidlos, wie sie sich gaben, tracktierten sie dann auch den Hörer mit schwerfällig Gruftigem. Ein Hauch von Vielem, keine Spur von Gutem. Das jedenfalls krame ich aus meinen Erinnerungen. Zwei von den Mitleidlosen bereicherten den italienischen Opernfreundeskreis, Jörg und Katrin Schittkowski machten weiter und verwandelten sich 1991 in Easter. Rockmusik, das. Einfach so und so einfach, weil auch nicht irgendwie überwältigend. Jedenfalls die Musik. Tausendmal gehört. Am Gesang sollst du sie erkennen, sagen Kritiker deutscher Rockmusik und so falsch eine Verallgemeinerung ist, hier schreit es gerade nach dieser: So sollte keine singen..keiner auch. Hoch leben alle Bobos und Katarinas dieser Welt, sind sie doch der Beweis für das Gegenteil der These, die sich hier schreiend aufdrängt: Deutsche können nicht singen. Es ist zu schlecht für netten Pop und zuwenig ungut für Punk...es ist nur unambitioniert. Immerhin plant Easter eine EP, auf der man dann vielleicht etwas anderes hören kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt verschiedene Gründe, sich für das Medium Kassette zu entscheiden. Die einen haben kein Geld für eine Platte, weil sie Anerkanntes noch nicht lange genug machen, oder nicht gut genug. Andere machen Nichtanerkanntes lange und gut, ohne daß sich Geld oder Möglichkeit für Platten einstellt. Am Ende liegts vor allem an den Hörern, ob sie sich ein Tape mit Punk, Gitarrenpop oder Avantischem beschaffen. In jedem Fall hält dieses Medium den Interessentenkreis von vornherein klein, wenn es ausschließlich benutzt wird. Drei besonders schöne, oder gute, oder wasauchimmer Beispiele für Kategorie zwei möchte ich am Ende dieser Tapecontrol-Ausgabe vorstellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch zum Frau-singt-Teil gehört die Band 3 TOT. Schon das Cover weist auf eine Zusammenhang mit bildnerischem Schaffen hin. Mir nicht vorliegende Informationen entheben mich langer Erklärungen. Das ist einfach eine aufregende Songsammlung unter dem Titel &amp;quot;Ich und Du&amp;quot;. Sparsame Begleitung mit elektrischen Tasten und Geräuschen und eine spröde Stimme, die kaum ausgebildet sein kann und auch mal einen anderen Weg einschlägt, als die Melodievorgabe es zu verlangen scheint. Das klingt nicht falsch, erinnert eher an Weillsches Verfremden. Leider sind heute zu wenige Musiker noch wirklich naiv. Vielleicht sind es die, die diese Kassette gemacht haben. Es gibt keine Kontaktadresse für 3 TOT in einem beigelegten Brief hieß es aber, daß das Tape in einige Plattenläden Berlins zu haben wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei weitere Bänder kommen von einem namens Jeremy Clarke. Hab ich noch nicht gehört. Die Teile lagen irgendwann auf meinem Tisch im Funk. Da laufen ja jetzt immer so viele Westberliner rum..einer von denen wird&amp;#039;s schon gewesen sein. Ist mir auch egal, weil das Zeug gut ist. Ich will das mal als Berliner Schule bezeichnen, obwohl das ja eher negativ belastet ist. Was ich meine, sind die genialen Tüftler der frühen 80er aus den Waschsalons und Karibischen Western. J.C. aus Kreuzberg hat auf zwei Tapes eine kleine Sammlung tönender Statements zur Zeit installiert. Das Band &amp;quot;Agatien&amp;quot; präsentiert verschiedene Berliner Typen: die Oma, die beim Abwaschen von der &amp;quot;schweren Zeit&amp;quot; erzählt, Diener, Jazzfreaks, Faschos... Elektronische Verfremdungen, Geräusche und diverse selbsterzeugte Sounds arbeiten an der Vorstellungskraft des Hörers. Auch das zweite Band &amp;quot;The Human Mind evil Forces&amp;quot; berichtet von Vorgängen alltäglicher Art auf denkbar unalltägliche Weise. Dabei dominieren keine prügelnden Drumsequenzer, alles läuft seltsam flächig ab, ohne flach zu sein. Eben keine billige Reizerregung, sondern eine aufregende Realitätsverfremdung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lutz Schramm&lt;/div&gt;</summary>
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