JKH "Jörgen Schmidtchen": Unterschied zwischen den Versionen
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Das Mehrsparten-Kulturhaus im Leipziger Nordosten war in den Räumen einer früheren Tanzgaststätte namens "Sächsischer Hof" untergebracht, davon abgeleitet wurde der bis zur endgültigen Schließung in den 1990er Jahren volksmundlich gebräuchliche Spitzname "Sack". Über die Vorgeschichte und die Tätigkeit als Jugendklubhaus ist wenig | Das Mehrsparten-Kulturhaus im Leipziger Nordosten war in den Räumen einer früheren Tanzgaststätte namens "Sächsischer Hof" (oder "Sachsenhof") untergebracht, davon abgeleitet wurde der bis zur endgültigen Schließung in den 1990er Jahren volksmundlich gebräuchliche Spitzname "Sack". Über die Vorgeschichte und die Tätigkeit als Jugendklubhaus ist wenig überliefert, der in der DDR übliche Ehrenname "[https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rgen_Schmidtchen Jörgen Schmidtchen]" stammte von einem 1962 an der innerdeutschen Grenze bei Potsdam erschossenen und danach zum Vorbild und Märtyrer überhöhten DDR-Grenzsoldaten. <br>Die seit etwa 1980 amtierende Klubhausleiterin [https://de.wikipedia.org/wiki/Petra_Lux Petra Lux] bot unangepassten Schriftstellern und Liedermachern der DDR eine Bühne und initiierte 1982 in ihren Räumen ein "Frauenzentrum", das sich mit Vortragsreihen feministischen und frauenemanzipatorischen Themen widmen sollte. Nach der Organisation von gleichgeschlechtlichen Tanzabenden wurde sie 1983 entlassen. Im Oktober 1989 wurde sie Mitbegründerin und Sprecherin des "[https://de.wikipedia.org/wiki/Neues_Forum Neuen Forum]".<br>In den Fokus der musikalischen Leipziger Subkultur rückte der "Sack" spätestens ab etwa Frühjahr 1987, als der original erhaltene große Tanzsaal mit der üblichen fest eingebauten Bühne von der [[IG Rock]] als Kapazitätserweiterung für die Veranstaltungsreihe "Rock-Club" erschlossen wurde. Vielleicht hatte die relative Ferne zu den etablierten Leipziger Bühnen einen Anteil daran, dass hier neben den diversen ''"[[:Category:die anderen bands|anderen bands]]"'' auch gewagtere Auftritte von Projekten ohne offizielle Spielgenehmigung wie '''[[Pffft...!]]''' oder '''[[Spontane Volkskunst]]''' möglich waren. Die Abgelegenheit beförderte aber auch negative Tendenzen wie mehrfache Überfälle durch Glatzen-Schlägertrupps (Schönefeld galt bereits vor 1989 als Hochburg rechtsgerichteter Jugendlicher).<br>Am 1. Oktober 1990 wurde im JKH der "Frauenkultur e.V." gegründet, ab 7. Oktober wurde das gesamte Haus zum "Frauenkulturzentrum". Ab September 1991 wurde es zu einem Soziokulturellen Zentrum mit allen entsprechenden Arbeitsfeldern erweitert. Ende 1993/Anfang 1994 endete hier der öffentliche Betrieb, wahrscheinlich wegen dem üblichen Sanierungsstau unter prekären materiellen Verhältnissen. Über mehrere Zwischenstationen etablierte sich das [https://www.frauenkultur-leipzig.de/ Soziokulturelle Zentrum Frauenkultur] ab Mai 2000 schließlich in Connewitz auf dem erweiterten Gelände des [[Werk II]]. | ||
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Aktuelle Version vom 1. Juli 2026, 17:33 Uhr
Jugendklubhaus in Leipzig-Schönefeld (Löbauer Straße 49).
Das Mehrsparten-Kulturhaus im Leipziger Nordosten war in den Räumen einer früheren Tanzgaststätte namens "Sächsischer Hof" (oder "Sachsenhof") untergebracht, davon abgeleitet wurde der bis zur endgültigen Schließung in den 1990er Jahren volksmundlich gebräuchliche Spitzname "Sack". Über die Vorgeschichte und die Tätigkeit als Jugendklubhaus ist wenig überliefert, der in der DDR übliche Ehrenname "Jörgen Schmidtchen" stammte von einem 1962 an der innerdeutschen Grenze bei Potsdam erschossenen und danach zum Vorbild und Märtyrer überhöhten DDR-Grenzsoldaten.
Die seit etwa 1980 amtierende Klubhausleiterin Petra Lux bot unangepassten Schriftstellern und Liedermachern der DDR eine Bühne und initiierte 1982 in ihren Räumen ein "Frauenzentrum", das sich mit Vortragsreihen feministischen und frauenemanzipatorischen Themen widmen sollte. Nach der Organisation von gleichgeschlechtlichen Tanzabenden wurde sie 1983 entlassen. Im Oktober 1989 wurde sie Mitbegründerin und Sprecherin des "Neuen Forum".
In den Fokus der musikalischen Leipziger Subkultur rückte der "Sack" spätestens ab etwa Frühjahr 1987, als der original erhaltene große Tanzsaal mit der üblichen fest eingebauten Bühne von der IG Rock als Kapazitätserweiterung für die Veranstaltungsreihe "Rock-Club" erschlossen wurde. Vielleicht hatte die relative Ferne zu den etablierten Leipziger Bühnen einen Anteil daran, dass hier neben den diversen "anderen bands" auch gewagtere Auftritte von Projekten ohne offizielle Spielgenehmigung wie Pffft...! oder Spontane Volkskunst möglich waren. Die Abgelegenheit beförderte aber auch negative Tendenzen wie mehrfache Überfälle durch Glatzen-Schlägertrupps (Schönefeld galt bereits vor 1989 als Hochburg rechtsgerichteter Jugendlicher).
Am 1. Oktober 1990 wurde im JKH der "Frauenkultur e.V." gegründet, ab 7. Oktober wurde das gesamte Haus zum "Frauenkulturzentrum". Ab September 1991 wurde es zu einem Soziokulturellen Zentrum mit allen entsprechenden Arbeitsfeldern erweitert. Ende 1993/Anfang 1994 endete hier der öffentliche Betrieb, wahrscheinlich wegen dem üblichen Sanierungsstau unter prekären materiellen Verhältnissen. Über mehrere Zwischenstationen etablierte sich das Soziokulturelle Zentrum Frauenkultur ab Mai 2000 schließlich in Connewitz auf dem erweiterten Gelände des Werk II.
Netzinfo: www.frauen1989-leipzig.de