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Laut u.g. Quelle wurde das Konzept der Reihe ''"als Dokumentations- und Kommunikations-Zentrum für Musiker, Bastler, Tüftler, Medienleute und Veranstalter"'' von den '''Expander'''-Musikern Susanne Binas und Uwe Baumgartner für den JK "Konrad Wolf" a.k.a. [[Club 29|"Club 29"]] (Rosa-Luxemburg-Platz, vis-a-vis Kino "Babylon" & Volksbühne) formuliert. Das Konzept der "Geschlossenen Veranstaltung" mit Werkstatt-Charakter ermöglichte u.a. den Auftritt von Bands und ad-hoc-Formationen ohne staatliche Spielgenehmigung. Dank Baumgartner a.k.a. IM "Jörg Karg" wurden die Veranstaltungen auch vom MfS observiert, vielleicht sogar strategisch toleriert um hier potentielle "Beweismittel" gegen diverse missliebige Musiker zu generieren. In dem zum "Club 29" gehörenden Keller-Proberaum probten auch viele Bands dieser Szene wie '''[[Tausend Tonnen Obst | Laut u.g. Quelle wurde das Konzept der Reihe ''"als Dokumentations- und Kommunikations-Zentrum für Musiker, Bastler, Tüftler, Medienleute und Veranstalter"'' von den '''Expander'''-Musikern Susanne Binas und Uwe Baumgartner für den JK "Konrad Wolf" a.k.a. [[Club 29|"Club 29"]] (Rosa-Luxemburg-Platz, vis-a-vis Kino "Babylon" & Volksbühne) formuliert. Das Konzept der "Geschlossenen Veranstaltung" mit Werkstatt-Charakter ermöglichte u.a. den Auftritt von Bands und ad-hoc-Formationen ohne staatliche Spielgenehmigung. Dank Baumgartner a.k.a. IM "Jörg Karg" wurden die Veranstaltungen auch vom MfS observiert, vielleicht sogar strategisch toleriert um hier potentielle "Beweismittel" gegen diverse missliebige Musiker zu generieren. In dem zum "Club 29" gehörenden Keller-Proberaum probten auch viele Bands dieser Szene wie '''[[Tausend Tonnen Obst]]''', '''[[Coldstep]]''', '''[[Die 3 von der Tankstelle]]''', '''[[Tina Has Never Had A Teddy Bear]]''', '''[[die anderen]]''' und weitere, was das diesbezügliche Aktionsfeld noch verbreiterte (*).<br>1989 zog die Veranstaltungsreihe nach dem Wechsel vom "Club 29"-Leiter Torsten Hochmuth in den nahe gelegenen [[JO-JO|JoJo-Club]], dort wurde sie zuletzt im [https://taz.de/SZENE-SAMPLING/!1781357/ Februar 1990] erwähnt (der eigentlich für "Blanco-Check VII" angedachte Termin im Dezember 1989 konnte nicht realisiert werden, weil alle Beteiligten nach der Öffnung der Mauer erst einmal den Westteil Berlins erkundeten). | ||
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* 1989: '''[[Die Potentiellen Steaks]]''' - Blanco-Check II (Tape, Fuck Independence Records F.I.R. 025) | * 1989: '''[[Die Potentiellen Steaks]]''' - Blanco-Check II (Tape, Fuck Independence Records F.I.R. 025) | ||
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* (*) siehe: ''"Die 'anderen bands' in der Perzeption des MfS"'', in: ''"Punk und New Wave im letzten Jahrzehnt der DDR. Akteure - Konfliktfelder - musikalische Praxis"'' von Florian Lipp / Waxmann 2021, S. 477ff. | |||
* ''"Der Expander des Fortschritts. Unterhaltung durch Verfremdung"'', von Robert Mießner, in: ''"Magnetizdat DDR"'' (Hg. [[Alexander Pehlemann|Pehlemann]] / [[Ronald Galenza|Galenza]] / [[Robert Mießner|Mießner]] 2023), S.233 | |||
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Version vom 16. August 2025, 06:37 Uhr
Veranstaltungsreihe in Berlin, initiiert ab Oktober 1988 aus dem Umfeld der Band Der Expander des Fortschritts.
Laut u.g. Quelle wurde das Konzept der Reihe "als Dokumentations- und Kommunikations-Zentrum für Musiker, Bastler, Tüftler, Medienleute und Veranstalter" von den Expander-Musikern Susanne Binas und Uwe Baumgartner für den JK "Konrad Wolf" a.k.a. "Club 29" (Rosa-Luxemburg-Platz, vis-a-vis Kino "Babylon" & Volksbühne) formuliert. Das Konzept der "Geschlossenen Veranstaltung" mit Werkstatt-Charakter ermöglichte u.a. den Auftritt von Bands und ad-hoc-Formationen ohne staatliche Spielgenehmigung. Dank Baumgartner a.k.a. IM "Jörg Karg" wurden die Veranstaltungen auch vom MfS observiert, vielleicht sogar strategisch toleriert um hier potentielle "Beweismittel" gegen diverse missliebige Musiker zu generieren. In dem zum "Club 29" gehörenden Keller-Proberaum probten auch viele Bands dieser Szene wie Tausend Tonnen Obst, Coldstep, Die 3 von der Tankstelle, Tina Has Never Had A Teddy Bear, die anderen und weitere, was das diesbezügliche Aktionsfeld noch verbreiterte (*).
1989 zog die Veranstaltungsreihe nach dem Wechsel vom "Club 29"-Leiter Torsten Hochmuth in den nahe gelegenen JoJo-Club, dort wurde sie zuletzt im Februar 1990 erwähnt (der eigentlich für "Blanco-Check VII" angedachte Termin im Dezember 1989 konnte nicht realisiert werden, weil alle Beteiligten nach der Öffnung der Mauer erst einmal den Westteil Berlins erkundeten).
Netzinfo: www.rockinberlin.de
Konzerte
Die Veranstaltungen am 05.10. und 02.11. als I + II folgen der Online-Quelle beat-poet.de, an anderer Stelle wurde das Konzert am 07.12. eplizit als "Blanco-Check II" gezählt.
- 05.10.1988: "Blanco-Check I": (Teilnehmer tba.)
- 02.11.1988: "Blanco-Check II": 9 Tage alt / Knut Baltz Formation / Electric Gypsy (siehe hier)
- 07.12.1988: "Blanco-Check II": Matthias Meißner (tape+sax, siehe hier) / Die Potentiellen Steaks / Spehrmuel (siehe hier)
- XX.XX.1989: "Blanco-Check III bis VI": tba.
- 08.02.1990: "Blanco-Check VII": Six Bones / Cassiber (Videodokumentation) / "Aufbaulieder. Variationen eines alten Themas" (Vortrag) / Wolfgang Rindfleisch (Gespräch)
Musik
- 1989: Die Potentiellen Steaks - Blanco-Check II (Tape, Fuck Independence Records F.I.R. 025)
Literatur
- (*) siehe: "Die 'anderen bands' in der Perzeption des MfS", in: "Punk und New Wave im letzten Jahrzehnt der DDR. Akteure - Konfliktfelder - musikalische Praxis" von Florian Lipp / Waxmann 2021, S. 477ff.
- "Der Expander des Fortschritts. Unterhaltung durch Verfremdung", von Robert Mießner, in: "Magnetizdat DDR" (Hg. Pehlemann / Galenza / Mießner 2023), S.233