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Im Obergeschoss gab es Räumlichkeiten, die bis 1977 als "OKK" bekannt waren. | Im Obergeschoss gab es Räumlichkeiten, die bis 1977 als "OKK" (= Oktober-Klub-Klub) bekannt waren. Namenstiftend war der '''[https://de.wikipedia.org/wiki/Oktoberklub Oktoberklub]''', ein 1966 als sozialistisch-fortschrittliche Alternative zur verpönten Beatmusik gegründeter Agitprop-Chor, dem viele später bekannte Popmusiker der DDR wie [https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Walter_(S%C3%A4nger) Jürgen Walter], [https://de.wikipedia.org/wiki/Tamara_Danz Tamara Danz] und [https://de.wikipedia.org/wiki/Hartmut_K%C3%B6nig Hartmut König] (später Mitglied des ZK der SED und 1989 stellvertretender Kulturminister der DDR), aber auch die später dissidente Liedermacherin [https://de.wikipedia.org/wiki/Bettina_Wegner Bettina Wegner] angehörten. Ein eigenes Büro im Haus und offene Veranstaltungsräume sollten die Bedeutung dieses Ensembles unterstreichen. Der Name "OKK" hielt sich auch, nachdem der Chor 1977 in das [[Haus der jungen Talente]] umgezogen war. Offiziell hieß die Location dann JK "Klub International" und wurde vom Kreiskulturhaus Berlin-Mitte verwaltet.<br>Im Haus fanden auch Konzerte statt, mit internationalen Stargästen wie John Mayall und James Booker sowie Vertretern der teilweise umstrittenen einheimischen Blues-Szene wie '''Monokel''', '''Reform''', Stefan Diestelmann und Hansi Biebl (im großen Kinosaal), später im Jugendklub auch mit den sogenannten ''[[:Category:die anderen bands|"anderen bands"]]''.<br>Nach 1990 waren die Räume für Veranstaltungen und Partys der Berliner schwul-lesbischen Szene bekannt. | ||
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Aktuelle Version vom 18. März 2026, 13:10 Uhr
Jugendklub im "Kino International" in der Karl-Marx-Allee 33 (Berlin-Mitte).
Das "Kino International" entstand 1963 im Zuge des Bauabschnitt 2 (1959 bis 1964) der Karl-Marx-Allee in Richtung Alexanderplatz. Der Bauabschnitt 1 wurde 1951 bis 1958 noch unter dem Namen "Stalinallee" errichtet. Nach dessen neoklassizistischem "Zuckerbäckerstil" entstanden nun diverse Wohn- und Nutzbauten einer bis heute bedeutsamen Architektur-Moderne, darunter das Ensemble aus Hotel "Berolina" und "Café Moskau", der legendären "Mokka-Milch-Eisbar" und dem damals modernsten und repräsentativsten Kino Ost-Berlins, in dem auch Filmpremieren in Anwesenheit hoher Staatsrepräsentanten wie Walter Ulbricht stattfanden.
Im Obergeschoss gab es Räumlichkeiten, die bis 1977 als "OKK" (= Oktober-Klub-Klub) bekannt waren. Namenstiftend war der Oktoberklub, ein 1966 als sozialistisch-fortschrittliche Alternative zur verpönten Beatmusik gegründeter Agitprop-Chor, dem viele später bekannte Popmusiker der DDR wie Jürgen Walter, Tamara Danz und Hartmut König (später Mitglied des ZK der SED und 1989 stellvertretender Kulturminister der DDR), aber auch die später dissidente Liedermacherin Bettina Wegner angehörten. Ein eigenes Büro im Haus und offene Veranstaltungsräume sollten die Bedeutung dieses Ensembles unterstreichen. Der Name "OKK" hielt sich auch, nachdem der Chor 1977 in das Haus der jungen Talente umgezogen war. Offiziell hieß die Location dann JK "Klub International" und wurde vom Kreiskulturhaus Berlin-Mitte verwaltet.
Im Haus fanden auch Konzerte statt, mit internationalen Stargästen wie John Mayall und James Booker sowie Vertretern der teilweise umstrittenen einheimischen Blues-Szene wie Monokel, Reform, Stefan Diestelmann und Hansi Biebl (im großen Kinosaal), später im Jugendklub auch mit den sogenannten "anderen bands".
Nach 1990 waren die Räume für Veranstaltungen und Partys der Berliner schwul-lesbischen Szene bekannt.
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