Cadavre Exquis: Unterschied zwischen den Versionen
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Michael Kobs ist nach erfolgreichem Regiestudium in der Filmbranche tätig. | Michael Kobs ist nach erfolgreichem Regiestudium in der Filmbranche tätig. | ||
Über die Geschichte von Planlos, Cadavre Exquis und anderen Punkprojekten kann man | Über die Geschichte von Planlos, Cadavre Exquis und anderen Punkprojekten kann man im folgendem Buch mehr erfahren: '''"Auch im Osten trägt man Westen"''', Gilbert Furian / Nikolaus Becker, 2018, Hirnkost KG, ISBN (Print) 978-3-943774-11-5 | ||
== Besetzung == | == Besetzung == | ||
Version vom 15. Oktober 2026, 11:58 Uhr
Berliner Darkwave-Band, 1985 bis 1991.
Gegründet von Ex-Mitgliedern der 1983 aufgelösten Ost-Berliner Punkbands Planlos und Unerwünscht.
Die Band sah sich als Projekt, um mit Musik, Film und Performance zu experimentieren. Im November 1987 erhielt sie eine Spielerlaubnis (lies dazu hier), auch wenn die Einstufungs-Kommission "zuviel Moll" und die durchgängig englischen Texte beanstandete. Dabei half die aus der Not geborene Idee, zwischen den einzelnen Stücken zu improvisieren und darüber die deutschen Texte vorzutragen. Im Sommer 1988 erhielt die Band eine Druckerlaubnis für ein als Comic gestaltetes Programmheft, das im wesentlichen die bebilderten Liedtexte enthielt.
Im September 1988 nahm Cadavre Exquis im digitalen "Pop-Studio" des DDR-Rundfunks den Song "Tears Of Soweto" auf, der im Jahr darauf auf dem Sampler "Parocktikum" von Amiga veröffentlicht wurde. Die Auswahl dieses Songs aus dem Repertoire der Band war letztlich ein Kompromiss gegenüber dem staatlichen Rundfunk. Auch in dieser Aufnahme musste der deutsche Text vorgetragen werden, damit der eigentliche Song dann in Englisch gesungen werden konnte. Die Band selbst war mit Blick auf die Songauswahl und die Art der Umsetzung unzufrieden, ließ sich aber auf den Kompromiss ein.
1990 änderte sich die Besetzung, Lade, Bobke und Knobloch verliessen das Projekt. Kai Hoffmann kam als Bassist dazu, Michael Kobs und Frank Straßburger (später hauptsächlich) übernahmen den Gesang. Der Style wandelte sich und ging mehr in Richtung Folkrock. Es folgten Auftritte in Dresden, Leipzig, Berlin... Die Band komponierte mehrere Theatermusiken und führte sie live auf, bevor sie dann 1991/92 zerfiel. Die Band veröffentlichte drei MCs im Eigenvertrieb und in äußerst geringen Stückzahlen.
Bernd Michael Lade arbeitete bereits während seiner Cadavre Exquis Zeit als Theater- und Fernsehschauspieler. Besonderen Eindruck machte er nicht nur als jugendlicher Täter "Klette" im realitätsnahen und atmosphärisch dichten DDR Polizeiruf "Drei Flaschen Tokajer" (August 1989), hartnäckig halten sich Gerüchte daß er auch den Gesang in dessen Soundtrack-Titel "Don't need (Murders eyes)" übernommen hatte, der starke Parallelen zum damaligen CE-Sound aufweist. Komponiert wurde der Song von Arnold Fritzsch und eingespielt unter dem Projektnamen Without Warning, bei seiner Erstveröffentlichung auf Fritzsch's "Pop-Projekt"-LP im Frühjahr 1990 wie auch beim Re-Issue wurde Lade aber nicht als Sänger erwähnt.
Ab 1991 studierte Lade Regie an der Filmhochschule Potsdam, am bekanntesten wurde er aber durch seine Rolle als Ermittler Kain im "Tatort" des MDR (1992 bis 2007). Seit 2007 touren Lade und seine Ehefrau, die Schauspielerin Maria Simon, mit Frank Straßburger sporadisch mit der eigenen Neo-Punk-Formation Ret Marut (offline).
Kai Hoffmann ist vorrangig Produzent, Arrangeur und Tonmeister und arbeitet mit vielen bekannten Bands zusammen.
Michael Kobs ist nach erfolgreichem Regiestudium in der Filmbranche tätig.
Über die Geschichte von Planlos, Cadavre Exquis und anderen Punkprojekten kann man im folgendem Buch mehr erfahren: "Auch im Osten trägt man Westen", Gilbert Furian / Nikolaus Becker, 2018, Hirnkost KG, ISBN (Print) 978-3-943774-11-5
Besetzung
- Bernd Michael Lade - voc (bis 1990, ex- Planlos)
- Michael Kobs - g, voc (ex- Planlos)
- Roger Bobke - bg (bis 1989/90)
- Kai Hoffmann - bg (ab 1989/90)
- Frank Straßburger - dr (ab 1990 auch voc, ex- Antifaschistischer Schutzwall)
- Lutz Knobloch - keyb (bis 1990, ex- Unerwünscht)
- Sebastian Pietsch - sax
Ret Marut
- Bernd Michael Lade - voc, g
- Maria Simon - voc, g
- Tom Schwarz / später Mirko Koller - bg (ex- Sendeschluß)
- Frank Straßburger - dr
Musik
- 1987: Time 4U2C (Tape, Eigenproduktion)
- 1989: Tränen von Soweto, auf: "Parocktikum" (LP Compilation, Amiga 856409)
- 1989: Torture, auf: "VEB Sampler Teil 1" (Tape Compilation, "AMIGA" 62480)
- 1989: A.B.Isle / O.T., auf: "Verwendung Heft 6" (Tape Compilation, Beilage zur Samisdat-Zeitschrift "Verwendung" Heft 6)
- 1990: Messerschmittgalerie (Tape, Eigenproduktion)
- 1990: Sacrifice from the prelude to the end of the world (Tape, Eigenproduktion)
- 1990: Tränen von Soweto, auf: "Grenzfälle" (LP/CD Compilation, Zong 27/2170 025)
- 199?: Aufnahmen (Tape Compilation)
- 199?: Abstract painting, auf: "Meine Heimat der Osten Vol.3" (Tape Compilation, Heimat Kassetten HK 03)
Without Warning
- 1989: Don't need (Murder Eyes, Hitchcocks-Grandson-Mix), auf: Pop Projekt - Dance Dance Dance (LP, Amiga 856483 / 2007 CD Re-Issue, Sony/BMG)
Ret Marut
- 2011: Sommer der Anarchie (CD, Dunefish 0192690DU)