Papierkrieg

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Punkband aus Frankfurt/Oder, 1987 bis 1989.

Papierkrieg wurde 1987 in Frankfurt(Oder) im Proberaum von Down At Heel gegründet. Es war neben Antitrott die bekannteste Punkband im Bezirk Frankfurt(Oder). Schnell kam sie unter die Beobachtung der Staatssicherheit. Papierkrieg hatte 1988 eine eigene Kassette produziert und illegal über Versand DDR weit vertrieben. Die Band stand unter ständigem Verfolgungsdruck. Auftrittsverbote und Auflagen folgten. Die Band zerbrach kurz vor der Wende durch offizielle Ausreise in die BRD eines Mitglieds und Flucht in den Westen. Jahre später konnte durch Akteneinsicht in die Stasiunterlagen herausgefunden werden, dass mindestens ein Mitglied der Band als Inoffizieller Mitarbeiter vom MfS angeworben wurde, sich aber offensichtlich später gegenüber den anderen Musikern dekonspirierte (vgl. Galenza / Havemeister: "Wir wollen immer artig sein", 4. erweiterte Auflage 2013, S.174ff.).

Quelle: Boehlke / Gericke: "too much future - Punk in der DDR" (Ausstellungskatalog, 2. Auflage, SUBstitut / Verbrecher Verlag 2007)

Bandinfo: www.last.fm | pluspedia.org

Besetzung

  • Holger (Thoms) - voc
  • Manu - voc
  • Matthias "Matti" Ritter - g (1987/88) / Sebastian (Schultz) - g (ab 1988)
  • Heizer (= Arne Gehrke) - bg
  • Patrick (Heuser) - dr

Musik

http://www.parocktikum.de/wiki_images/Papierkrieg_Comic_3.jpg

Episode

Punk aus Frankfurt/Oder. Die Halbleiter-Stadt im tiefen Osten hatte jugendlichen Musikfreunden wenig zu bieten. Grund genug für einige, sich selbst zu betätigen. Papierkrieg war eine solche Freizeitbeschäftigung. Irgendwann im März 1989 erreichte mich eine Anfrage einer Fernstudentin der Kulturwissenschaften. Sie wollte ziemlich präzise Angaben über einen im Parocktikum gespielten Titel haben. Da ich damals relativ sensibel auf entsprechende Anfragen reagiert habe, fiel meine Antwort etwas zurückhaltend aus. Danach habe ich nichts mehr von ihr gehört. Den Briefwechsel kann man anhand der beiden folgenden PDFs nachlesen.

Edit 16.11.2015: Inzwischen hat sich Constanze Rehfeld bei mir gemeldet und mitgeteilt, dass es die Diplomarbeit wirklich gibt. Ihre Anfrage bei mir gehörte zu den ersten Recherchen. Schade, dass ich damals so paranoid war - vielleicht hätten wir uns noch ausführlicher über Papierkrieg und deren Musik austauschen können. Lutz Schramm

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