Grafikkeller: Unterschied zwischen den Versionen

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Klandestine Konzertlocation in der Leipziger [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochschule_f%C3%BCr_Grafik_und_Buchkunst_Leipzig "Hochschule für Grafik und Buchkunst"] (HGB).
Klandestine Konzertlocation in der Leipziger [https://de.wikipedia.org/wiki/Hochschule_f%C3%BCr_Grafik_und_Buchkunst_Leipzig "Hochschule für Grafik und Buchkunst"] (HGB).


Als "Grafikkeller" etablierten sich seit den frühen 1980er Jahren Räumlichkeiten im Kellergeschoss der HGB, die tagsüber für die Essenversorgung der Studenten und auch für hochschulinterne Veranstaltungen genutzt wurden. Möglich wurde das implizit durch das von 1976 bis 1987 ausgeübte zweite Rektorat des hochangesehenen DDR-Künstlers und -Kunstprofessors [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Heisig Bernhard Heisig] (1925 - 2011), der die Hochschule dank seines Renommees und seiner Beziehungen bis in das Politbüro der SED weitestgehend ideologiefrei betreiben konnte. Durch Kontakte zu Studierenden und Künstlern wie z.B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_Schulze_(K%C3%BCnstler) Hans-Joachim Schulze] (1951 - 2017) wurden ab 1982 subkulturelle Konzerte ermöglicht, die dann durch weitere Beziehungen auch einem Szene-Publikum zugänglich gemacht werden konnten. Nach frühen entsprechenden Auftritten von '''[[Wutanfall]]''' (1982) und '''[[Rosa Extra]]''' (1983) wurde der Grafikkeller zu einem "Geheimtipp" fester Größe. Hier traten u.a. '''[[Die Zucht]]''' / '''[[Die Art]]''', '''[[Delta Z]]''' / '''[[HerT.Z.]]''', '''[[M E]]''' / '''[[The Oval Language]]''', '''[[Unklar]]''', '''[[Zorn]]''', '''[[The Real Deal]]''', '''[[Trübkraft Umsonst]]''', '''[[Die Vögel]]''', '''[[Neu Rot]]''' und '''[[Die (Z)erbrochenen Igel]]'''; '''[[Die Firma]]''', '''[[Die 3 von der Tankstelle]]''', '''[[Tausend Tonnen Obst]]''' und die '''[[AG Geige]]''', aber auch avantgardistische Musikprojekte von Studierenden auf. Im April 1990 gab es noch eines der sogenannten [[reAktion|"reAktion"]] Konzerte mit Hardcore von '''[[CK Pur]]''', '''Pullermann''' (Frankfurt/Main) und '''Subterranean Kids''' (Barcelona). Danach wurde der Grafikkeller als "Schutzraum" und Konzertlocation obsolet.
Als "Grafikkeller" etablierten sich seit den frühen 1980er Jahren Räumlichkeiten im Kellergeschoss der HGB, die tagsüber für die Essenversorgung der Studenten und auch für hochschulinterne Veranstaltungen genutzt wurden. Ermöglicht wurde das implizit durch das von 1976 bis 1987 ausgeübte zweite Rektorat des hochangesehenen DDR-Künstlers und -Kunstprofessors [https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Heisig Bernhard Heisig] (1925 - 2011), der die Hochschule dank seines Renommees und seiner Beziehungen bis in das Politbüro der SED weitestgehend ideologiefrei betreiben konnte. Durch Kontakte zu Studierenden und Künstlern wie z.B. [https://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Joachim_Schulze_(K%C3%BCnstler) Hans-Joachim Schulze] (1951 - 2017) wurden ab 1982 subkulturelle Konzerte veranstaltet, die dann durch weitere Beziehungen auch einem Szene-Publikum zugänglich gemacht werden konnten. Nach frühen entsprechenden Auftritten von '''[[Wutanfall]]''' (1982) und '''[[Rosa Extra]]''' (1983) wurde der Grafikkeller zu einem "Geheimtipp" fester Größe. Hier traten u.a. '''[[Die Zucht]]''' / '''[[Die Art]]''', '''[[Delta Z]]''' / '''[[HerT.Z.]]''', '''[[M E]]''' / '''[[The Oval Language]]''', '''[[Unklar]]''', '''[[Zorn]]''', '''[[The Real Deal]]''', '''[[Trübkraft Umsonst]]''', '''[[Die Vögel]]''', '''[[Neu Rot]]''' und '''[[Die (Z)erbrochenen Igel]]'''; '''[[Die Firma]]''', '''[[Die 3 von der Tankstelle]]''', '''[[Tausend Tonnen Obst]]''' und die '''[[AG Geige]]''', aber auch avantgardistische Musikprojekte von HGB-Studierenden auf. Im April 1990 gab es noch eines der sogenannten [[reAktion|"reAktion"]] Konzerte mit Hardcore von '''[[CK Pur]]''', '''Pullermann''' (Frankfurt/Main) und '''Subterranean Kids''' (Barcelona). Danach wurde der Grafikkeller als "Schutzraum" und Konzertlocation obsolet.


Literatur: ''"Punk. Kunst. Nicht Punk und Kunst. Grafikkeller, Fasching, HGB oder: Wie der Punk in die Kunsthochschule kam"'' von Michael Barthel (2019), in: Beiheft zu ''[[Sampler - Heldenstadt Anders. Leipziger Underground 1981 - 1989|"Heldenstadt Anders. Leipziger Underground 1981 - 1989"]]'' ([[Truemmer Pogo]] / [[Elbtal Records]])
Literatur: ''"Punk. Kunst. Nicht Punk und Kunst. Grafikkeller, Fasching, HGB oder: Wie der Punk in die Kunsthochschule kam"'' von Michael Barthel (2019), in: Beiheft zu ''[[Sampler - Heldenstadt Anders. Leipziger Underground 1981 - 1989|"Heldenstadt Anders. Leipziger Underground 1981 - 1989"]]'' ([[Truemmer Pogo]] / [[Elbtal Records]])

Aktuelle Version vom 8. August 2026, 23:23 Uhr

Klandestine Konzertlocation in der Leipziger "Hochschule für Grafik und Buchkunst" (HGB).

Als "Grafikkeller" etablierten sich seit den frühen 1980er Jahren Räumlichkeiten im Kellergeschoss der HGB, die tagsüber für die Essenversorgung der Studenten und auch für hochschulinterne Veranstaltungen genutzt wurden. Ermöglicht wurde das implizit durch das von 1976 bis 1987 ausgeübte zweite Rektorat des hochangesehenen DDR-Künstlers und -Kunstprofessors Bernhard Heisig (1925 - 2011), der die Hochschule dank seines Renommees und seiner Beziehungen bis in das Politbüro der SED weitestgehend ideologiefrei betreiben konnte. Durch Kontakte zu Studierenden und Künstlern wie z.B. Hans-Joachim Schulze (1951 - 2017) wurden ab 1982 subkulturelle Konzerte veranstaltet, die dann durch weitere Beziehungen auch einem Szene-Publikum zugänglich gemacht werden konnten. Nach frühen entsprechenden Auftritten von Wutanfall (1982) und Rosa Extra (1983) wurde der Grafikkeller zu einem "Geheimtipp" fester Größe. Hier traten u.a. Die Zucht / Die Art, Delta Z / HerT.Z., M E / The Oval Language, Unklar, Zorn, The Real Deal, Trübkraft Umsonst, Die Vögel, Neu Rot und Die (Z)erbrochenen Igel; Die Firma, Die 3 von der Tankstelle, Tausend Tonnen Obst und die AG Geige, aber auch avantgardistische Musikprojekte von HGB-Studierenden auf. Im April 1990 gab es noch eines der sogenannten "reAktion" Konzerte mit Hardcore von CK Pur, Pullermann (Frankfurt/Main) und Subterranean Kids (Barcelona). Danach wurde der Grafikkeller als "Schutzraum" und Konzertlocation obsolet.

Literatur: "Punk. Kunst. Nicht Punk und Kunst. Grafikkeller, Fasching, HGB oder: Wie der Punk in die Kunsthochschule kam" von Michael Barthel (2019), in: Beiheft zu "Heldenstadt Anders. Leipziger Underground 1981 - 1989" (Truemmer Pogo / Elbtal Records)

Musik